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6 Monate auf Bali – eure Fragen, meine Antworten Part 1

Als ich auf Instagram gefragt habe, was ich in meinem Blogbeitrag über Bali behandeln soll, kamen so viele wunderschöne Fragen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, zwei Blogbeiträge darüber zu schreiben. Im heutigen behandle ich die persönlichen Fragen. Im nächsten gebe ich euch Antworten auf die allgemeineren Fragen a la “Wie findet man vor Ort eine Unterkunft”. Let’s go……

6 Monate auf Bali – eure Fragen, meine Antworten

Warst du in der Zeit auch viel alleine?

Ich habe die Reise im Oktober gemeinsam mit meinem Freund angetreten, im Januar musste er allerdings ungeplant früher wieder zurück nach Österreich und ich war noch 1,5 Monate alleine auf Bali.

In der Zeit in der wir gemeinsam dort waren, war ich so gut wie nie alleine, außer als ich zum Yoga gegangen bin. Am Anfang war das schon eigenartig, da wir in Österreich nicht so eng aufeinander kleben aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und als er wieder nach Hause flog, fand ich das alleine Sein am Anfang wieder richtig schlimm und ungewohnt, da wir in dieser Zeit sehr zusammengewachsen sind. Ich habe ungefähr eine Woche gebraucht, um mich wieder daran zu gewöhnen.

Im Dezember waren auch noch meine Eltern und einige Freunde zu Besuch da, da war ich sowieso nie mehr alleine. So sehr ich die Zeit genossen habe, so war es mir ab und zu sogar ein bisschen zu viel, da ich ein Mensch bin, der viel Zeit alleine braucht.

Ab der Abreise meines Freundes war ich dann sehr viel alleine. Ich habe zwar neue wunderbare Freundschaften geschlossen, aber mir dennoch bewusst ganz viel Zeit für mich genommen und genau in dieser Zeit habe ich mich auch am meisten entwickelt. Ich habe das alleine Sein sehr genossen. Bin zB absichtlich alleine an den Strand gegangen, um mir Sonnenuntergänge anzusehen oder habe Sonntage nur mit mir verbracht.

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Was hast du am meisten vermisst? Vermissung von Freunden/Familie, wie gehst du damit um?

Am meisten vermisst habe ich meinen Hund und das Essen (Kernöl, Schwarzbrot, steirischen Weißwein).

Meine Familie habe ich nicht so sehr vermisst, da sie mich ja auch im Dezember besuchen waren. Meine Mama war sogar ein ganzes Monat bei uns. Somit habe ich sie nur von Anfang Oktober bis Anfang Dezember und dann wieder von Anfang Jänner bis Mitte März nicht gesehen. Dadurch, dass ich in Wien lebe und meine Familie in Graz, kommt es auch im Sommer, wenn ich jeden Tag Yogastunden unterrichte, schon einmal vor, dass wir uns ein Monat oder selten sogar zwei Monate nicht sehen. Deshalb bin ich das gewohnt. Ich habe, sowie zu Hause, jeden Tag mit meiner Mama telefoniert und daher hat es im Grunde nicht so viel Unterschied für mich gemacht, außer, dass ich nebenbei meine Füße in den Pool hängen lassen konnte.

Das Gleiche gilt für Freunde.

Wie geht man mit Heimweh um?

Das kann ich leider nicht beantworten, da ich kein Heimweh hatte. Ich habe eher jetzt “Heim”weh nach Bali, wenn ich daran zurückdenke.

Was war das skurrilste, das du erlebt hast?

Bei der Frage tu ich mir sogar ein bisschen schwer, da ich mittlerweile wohl schon zu lange auf Bali war, um die meisten Sachen noch eigenartig zu finden.

Aber ich versuche es:

  • die Lieferung von 20 Kokosnüssen auf einem Moped
  • die Schließung des Flughafens zu Nyepi
  • die gesamte Visumsprozedur in Indonesien, man muss zB nach jeder neuerlichen Einreise wieder zur Immigrassi, um Fingerabdrücke abzugeben, dass man bereits 1 Monat davor dort war, spielt keine Rolle, wenn man das Land verlässt
  • das Fehlen eines Führerscheins bei der Polizeikontrolle kann durch das Zustecken eines Geldscheines wieder wett gemacht werden
  • das Meer sieht schön aus, ist aber leider häufig verunreinigt und so kommt es nicht selten dazu, dass man nach einem Bad im Meer Ohrenentzündungen oder Bali-Belly hat
  • ich habe nach 6 Monaten keine Straßenverkehrsregeln feststellen können
  • der Prozentsatz der Steuern und ob überhaupt Steuern gezahlt werden müssen, wird scheinbar willkürlich festgelegt
  • Frauen dürfen hinduistische Tempelanlagen nicht während der Menstruation betreten, da Blut als unrein gilt
  • Benzin gibt es in Wodkaflaschen

Was konntest du alles mitnehmen und wie haben sich deine Ansichten verändert?

Ich konnte so viel mitnehmen…..ich habe in meiner Reflexion über die Zeit auf Bali ganze sechs Seiten geschrieben. Da alles wohl den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde, teile ich ein paar ausgewählte Dinge davon mit dir:

  • Je mehr ich dem Universum vertraue, je mehr ich aus Inspiration handle und je mehr ich loslasse, desto mehr Magie geschieht.
  • Es gibt nichts Wichtigeres als Selfcare, denn nur, wenn ich mich um mich selbst kümmere, kann ich anderen dienen.
  • Es spielt keine Rolle, wo ich auf diesem Planten bin, ich bin immer ich und muss immer an mir arbeiten. Bali macht mich nicht automatisch dauerglücklich.
  • Ich kann nicht immer versuchen alles zu erzwingen, manche Dinge brauchen Zeit.
  • Selbstständig sein ist die größte Achterbahnfahrt meines Lebens und die größte Persönlichkeitsschule.
  • Ich möchte mich nicht mehr mit Menschen umgeben, die mir keine gute Energie und kein gutes Gefühl geben.
  • Bali ist intensiv. Immer!

Inwiefern haben sich meine Ansichten verändert, nun ja – Bali ist für mich immer noch mein Ort der Selbstentwicklung und -entdeckung aber ich musste in diesen 6 Monaten auch am eigenen Leib erfahren, dass Bali nur toll ist, wenn alles gut ist. Wenn man auf Hilfe von außen angewiesen ist, ist man auf Bali ziemlich allein, schließlich ist Indonesien nach wie vor der korrupteste Staat der Welt und daran ändert leider auch das magische Bali nichts.

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Was würdest du im Nachhinein anders machen?

Nichts – alles war gut so wie es war.

Wann hast du dich in Bali verliebt und gespürt, hier kann ich bleiben?

Bereits bei meinem ersten Aufenthalt 2016 wusste ich ab dem ersten Tag, dass dieser Ort für mich etwas ganz besonderes ist. Dieses Gefühl wurde während meines gesamten Aufenthalts nur stärker. Als ich 2017 dann erneut dort war, um Bali meinem Freund zu zeigen, war ich mir nicht mehr ganz so sicher, da sich sehr viel zum Negativen verändert hatte. Ich entschied mich aber dazu Bali noch eine Chance zu geben, die Veränderungen anzuerkennen und 2018, trotz allen Zweifeln, eben für diese 6 Monate, diesmal ohne rosarote Brille, wiederzukommen. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Diese 6 Monate auf Bali zu verbringen, würde ich als eine der besten Entscheidungen meines Lebens bezeichnen.

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Immer!!! Und werde ich Ende Oktober auch wieder. Kommst du mit? Im November findet mein “Selflove Retreat” statt und es gibt noch ein paar letzte Plätze.

1 Comment

  • Liebe Julia! Deine Mutter durfte ich schon kennenlernen. Als sie von dir erzählt hat, war mir sofort klar, dass ich gleich am nächsten Tag deinen Blog aufsuchen würde. Da steht ganz viel drinnen, was uns verbindet. Ich würde mich sehr freuen, dich persönlich kennen zu lernen. Ich hoffe, ein Treffen mit dir und Sabine kommt zustande.
    Was für dich Bali ist, ist für mich das Meer. Wenn ich irgendwo am Meer bin, bin ich wieder angekommen. Allerdings hilft mir meine Erfahrung dabei, auch an Orten, die nicht am Meer liegen, anzukommen.
    Alles Liebe, Petra

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