Ubud Rice Field

Eat, pray, dive – ein Liebesbrief an Indonesien, vor allem aber an Bali

Liebes Indonesien, liebes Bali <3 !

2,5 Monate meiner Reise durfte ich im größten Inselstaat der Welt, Indonesien verbringen. Das ist ein Liebesbrief an dich Indonesien, vor allem aber an Bali.
Ich erinnere mich noch genau an den Moment als ich Ende März mitten in der Nacht das Flughafengebäude auf dir Bali verließ und erstmal von der Schwüle und Feuchtigkeit in der Luft umgehauen wurde. Am Anfang fand ich das noch unangenehm. Nach kurzer Zeit hab ich mich aber daran gewöhnt meistens schon kurz nach der Dusche wieder die ersten Schweißperlen am Körper zu bekommen. In Wien ist mir jetzt dafür die meiste Zeit kalt. Gott sei Dank ist es jetzt wieder schön und heiß geworden. Da fühl ich mich ja fast wieder wie bei dir. Not! Das Gefühl das ich bei dir hatte, hat mir bislang kein anderer Ort gegeben. Aber zumindest die Temperatur ist gleich.

Am Morgen nach meiner Ankunft habe ich deine Schönheit das erste Mal bei Tageslicht zu Gesicht bekommen. Voller Dankbarkeit, dich für die nächsten Monate mein zu Hause nennen zu dürfen, durchquerte ich die Straßen Canggus mit dem Fahrrad. Oh Canggu, du kleines Hipsterparadies das ich für einen Monat mein zu Hause nennen durfte. Vom ersten Tag an hab ich mich dort wohl und zu Hause gefühlt. Apropos zu Hause. Ich hab in dir Indonesien, vor allem aber in Bali ein zu Hause, weit weg von zu Hause gefunden. Als ich von Flores zurück nach Bali geflogen bin und aus dem Flughafen raus bin, fühlte es sich an wie nach Hause zu kommen. Bekannte Gegend, bekannte Gerüche. Heimkommen eben.

Eat, pray, dive….dadurch wurde meine Zeit bei dir geprägt.

EAT – Vom Kennenlernen deiner Küche in Warungs, über  das Verspeisen deiner tropischen Früchte, bis hin zum Essen in den Hipsterläden Canggus und Ubuds. Du bist schuld daran, dass ich mit ein paar Kilos mehr nach Hause zurück gekommen bin. Gut, dass nicht gerade Sommer ist oder so. Am liebsten hatte ich übrigens die Drachenfrucht und das nicht nur wegen ihrer knallpinken Farbe. Okay, ich gebs zu, vielleicht ein wenig deshalb. Acai und Smoothiebowls in etlichen Varianten hab ich zu jeder Tageszeit gegessen. Das Nasi Goreng ist mir zwar nach einer Zeit lang zum Hals raus gehangen, mittlerweile vermisse ich es aber auch schon wieder.

PRAY -Kurz vor Beginn meiner großen Reise hab ich Yoga für mich entdeckt und mich darin verloren. Welcher Ort wäre mit seiner Spiritualität besser für ein Teacher Training geeignet gewesen als Bali? Ich liebe die Tempel an jeder Ecke. Ich liebe den Glauben der Balinesen. Ich liebe es, dass man pro Tag mindestens eine Zeremonie sieht und die Tatsache, dass man Acht darauf geben muss, nicht auf Opfergaben zu treten. Der Geruch von Räucherstäbchen liegt ständig in der Luft und der Glaube ist an jeder Ecke spürbar. Diese Spiritualität passt einfach perfekt zu Yoga und hat meine Liebe dazu wahrscheinlich noch größer werden lassen. Während meines Yoga Teacher Trainings musste ich meistens um halb sechs aufstehen. Aber auch danach hab ich es oft freiwillig gemacht, um entweder Yoga zu machen oder zu meditieren. Yoga und du Bali, das gehört einfach zusammen. Während meinem Aufenthalt bei dir habe ich auch bemerkt, dass Yoga nicht nur ein physisches Workout sondern eine Lebenseinstellung ist. Und ich glaube du bist schon ein wenig Schuld daran, dass Yoga jetzt und in meiner Zukunft einen großen Teil meines Lebens ausmachen wird.

DIVE – Auf den Philippinen hab ich meinen Open Water Kurs gemacht und bin während meines Aufenthalts bei dir dem Tauchen schließlich vollkommen verfallen. Insgesamt hab ich es auf 26 Tauchgänge gebracht und gefühlt mehr Zeit unter als über Wasser verbracht. Ich durfte Haie und Mantarochen bewundern und mich von der intakten und unberührten Unterwasserwelt Komodos verzaubern lassen. Das Gefühl unter Wasser schwerelos zu sein, gepaart mit der Stille dieser vollkommen anderen Welt ist eines der schönsten das es gibt. Leider bemerkt man aber auch bei dir, dass unsere Welt langsam den Bach runtergeht. Korallenbleiche und Artenschwund machen auch vor dir nicht Halt und haben mich unendlich traurig gemacht. Bitte gib doch in Zukunft auf die Schönheit deiner Natur ein bisschen besser Acht.

Du hast es auch geschafft mir Gefühle zu geben nach denen ich lange gesucht hab. Hast es geschafft, dass ich Menschen wieder lieber mag und nicht mehr grundsätzlich jedem Fremden mit einer ablehnenden Haltung gegenübertrete. Ich hatte bei dir ständig was zu tun. Langeweile kannte ich nicht. Surfen, Yoga, Tauchen zu jeder Tages und Nachtzeit. Durch Reisfelder spazieren oder stundenlang in einem gemütlichen Cafe oder Warung sitzen und einfach nur zu lesen. Magische Sonnenauf- und Sonnenuntergänge.  Aber trotz meines vollen Terminkalenders war mir das Gefühl des gewohnten Stresses fremd. Dafür danke ich dir. Denn danach habe ich mich schon sehr lange gesehnt. Deine Bewohner sind auch immer gut drauf und freundlich hm? Obwohl die meisten deiner Menschen nichts haben, versuchen sie grundlos zu geben, sind freundlich und hilfsbereit. Gastfreundschaft und echtes Interesse am Gegenüber waren stets präsent. Ich wurde so oft angestarrt, aber immer mit einem Lächeln in den Augen und um den Mund, das ich nur zu gern erwidert habe. Wir Österreicher hingegen sind gefühlt immer schlecht drauf, am meckern und am jammern. Wenn ich hier mit meinem Lächeln, das ich bei dir ständig getragen habe, herumlaufe werde ich blöd angeschaut. Ich versteh das nicht. Danke, dass du meine Haltung gegenüber Menschen wieder verändert hast. Ich wünschte nur, dass mehr Österreicher sich auch ein Beispiel an deinen Bewohnern nehmen würden.

Ich erinnere mich auch gut an den Moment an dem ich dich wieder verlassen musste. Als ich in Sumatra nach über 2,5 Monaten am Flughafen in den Tranistbereich wechselte, schossen mir bei der Passkontrolle Tränen in die Augen und Wehmut machte sich in mir breit. Jetzt bin ich bereits seit über einer Woche wieder zu Hause. Und oh mein Gott. Ich vermisse dich so sehr. Ich vermisse das Gefühl der Freiheit, das ich bei dir die Ganze Zeit über hatte. Ich vermisse die Abwesenheit von Stress und die Leichtigkeit die ich verspürte. Ich vermisse die Freundlichkeit deiner Bewohner. Ich vermisse mich, so wie ich während meines Aufenthalts bei dir war. Ich vermisse das Meer. Ich vermisse es den ganzen Tag über barfuss zu sein. Ich vermisse deine tropische Vegetation. Ich vermisse das Lebensgefühl und die chilligen island vibes.

Wenn ich ganz fest die Augen schließe, kann ich den Sand zwischen meinen Zehen und das Salz auf meiner Haut noch spüren. Wenn ich ganz fest die Augen schließe, fühlt es sich so an, als würde ich mir umgeben von drückender Hitze auf meinem Moped einen Weg durch den katastrophalen Verkehr bahnen. Wenn ich ganz fest die Augen schließe bin ich in Gedanken wieder bei dir. Und wenn ich die Augen wieder öffne, weiß ich, dass ich sobald ich kann wieder zu dir zurückkommen werde. So schnell wirst du mich nämlich nicht mehr los.

In Liebe

Julia

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