Wollt ihr es wissen? Na gut, ich verrate es euch. Ich habe bis jetzt schlicht und einfach noch kein einziges mir selbst auferlegtes Detoxprogram durchgehalten. Sonst in jeder Hinsicht, egal ob es um Arbeit oder Sport geht die Selbstdisziplin par excellance, versagt diese bei mir, wenns ums Essen geht, leider kläglich.
Ich spule ca. ein Jahr zurück. In irgendeiner Zeitschrift hab ich etwas von Soup Cleanses und ihren tollen Effekten auf den Körper gelesen. Musste ich probieren. Voller Enthusiasmus suchte ich mir passende Rezepte, legte eine Woche fest und machte mich ans Einkaufen. Natürlich musste ich auch jedem davon erzählen. Als ich am Tag vor dem geplanten Start begann meine Suppen vorzubereiten, wurde ich schon ein wenig grantig (österreichisch für schlecht gelaunt) und an Day 1 noch grantiger. Eine Woche nur Suppe? Wie soll man denn so leben? Ich brauche feste Nahrung, sonst verkümmern ja meine Zähne. Einen Tag hielt ich durch. An diesem Tag musste mein ganzes Umfeld mit mir leiden. An Day 2 spazierte ich in der Mittagspause in ein Geschäft und kaufte mir erstmal einen Kornspitz mit Kantwurst und Essiggurkerl. So glücklich hat mich selten ein erster Bissen gemacht und diese gute Laune hielt den ganzen restlichen Tag an. Detox Fail Number 1.
Zurück in die Gegenwart. Der Wechsel von Winter zu Frühling bedeutet wieder jede Menge Detox in sämtlichen Medien. Klar, dass ich Instaopfer gleich wieder auf den Zug aufspringe. Diesmal plane ich eine etwas weniger radikale Detoxwoche. Fleisch, Alkohol, Kaffee, Milchprodukte, Weizen….auf diese Dinge möchte ich verzichten. Am Speiseplan stehen stattdessen: Gemüse, Quinoa, Smoothies, Suppen…… Same shit different year. Voller Enthusiasmus suche ich mir eine Woche und schreibe mir eine Einkaufsliste. Die Woche wird mehrmals verschoben. Aus der geplanten Woche werden schließlich 5 Tage. Zu viele Termine kollidieren mit meinem Detox und mein social Life ist mir dann doch wichtiger. Am Markt kaufe ich mir Gemüse, das sich normalerweise eher selten auf meinem Teller findet. Voller Stolz verkünde ich meinem Freund, dass ich diesmal eine ganz andere innere Einstellung habe, es durchhalten werde und sogar niemand darunter leiden muss. Tag 1. Mein Birchermüsli esse ich mit Hafer- statt normaler Milch. Das geht ja noch, zufriedenstellen tut es mich aber nicht. Zum Mittagessen gibt es Wiesenkräutersalat mit Kartoffeln. Geht auch noch, wobei das harte Ei schon fehlt. Am Nachmittag wünsche ich mir nichts sehnlicher als Kaffee und etwas Süßes. Am Abend mache ich mich schon wesentlich weniger gut gelaunt an die Zubereitung meiner Quinoa Kale Bowl. Hübsch aussehen tut sie ja. Aber schmecken ist etwas Anderes. Mit Feta würde es gehen. Missmutig löffle ich die halbe Schüssel leer und begebe mich dann auf die Couch. Die ganze Zeit denke ich schon wieder nur daran was ich nicht gerne alles essen würde. Kitchen Impossible gibt mir den Rest und ich mache mir ein griechisches Joghurt mit Honig und Nüßen. Detox Fail Number 2.
Ich denke ja schon, dass an dieses Detox/Cleanse-Sachen etwas Wahres dran ist. Für mich ist es aber jedenfalls nichts. Ich ernähre mich ohnehin meistens sehr gesund und das nicht weil es so besser ist, sondern weil mir gesundes Essen einfach schmeckt. Ich sehe für mich keinen Sinn dahinter, mich selbst zu geisseln und beim Essen auf so viele Dinge verzichten zu müssen.
Tja jetzt wisst ihr, warum ihr am Blog nie einen Detox oder Cleanse Erfahrungsbericht lesen werdet. Ich schaffe es einfach nicht eine durchzuhalten. Shame on me. Aber alle guten Dinge sind ja bekanntlich 3….vielleicht sollte ich es nächstes Jahr einfach wieder ausprobieren.




Haha, same here… Ich habe mich schon mitten in der Nacht an der Tankstelle wiedergefunden, weil sie als einzige noch auf hatte. Aber ich denke, dass da nichts verkehrtes dran ist. Nicht alles ist für jeden gut. Das wird schon seinen Grund haben, dass unser Körper sowas nicht möchte, obwohl wir doch sonst so Durchhaltefähig sind.
Allgemein schmeckt mir auch der Gedanke nicht, dass ich miche eine Woche selbst geißeln muss, um mich von irgendwelchen ominösen Giften und Schlacken zu befreien. So kleine alltägliche Änderungen scheinen mir dann doch sinniger.
Ich mag deine Foodbilder auf Instagram, auf denen mehr als Körner zu sehen sind, sehr!
Lieben Gruß
Betty