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Food Decisions Part II

Im Sommer habe ich verstärkt damit begonnen mich mit den Themen Ernährung, Vegetarimus und Veganismus auseinanderzusetzen. Wenn du häufiger bei mir vorbei schaust, hast du vielleicht meinen Beitrag dazu gelesen. Heute möchte ich dir ein Update über meine momentanen Ernährungsgewohnheiten und meine Gedanken zu diesem Thema geben.

Vegetarische Monate

Die Monate August und September habe ich komplett vegetarisch verbracht. Ich wollte einen Selbstversuch wagen und herausfinden, wie es sich anfühlt, sich fleischlos zu ernähren. Ich ging relativ ohne Erwartungen in diesen Versuch und die zwei Monate waren schneller vorüber als gedacht. Zu Hause war es überhaupt kein Problem fleischlos zu kochen. Auch wenn ich noch an meiner Rezeptvielfalt feilen muss, denn wenn man es gewohnt ist hier und da Fleisch zu essen, ist das Repertoire dann ohne doch kleiner. In meiner Arbeit hatte ich ebenfalls keine Probleme, da ich den Koch schnell überzeugen konnte mir beim Personalessen eine fleischlose Alternative zu zaubern. Einzig und allein bei Restaurantbesuchen lief mir oft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich das Steak am Nebentisch sah… Am leichtesten war es aber defintiv während meines Bali Aufenthaltes. Ich sag nur vegan und veggie heaven!

Omnivore, Vegetarier, Veganer, Flexetarier…..

Das erste Fleisch hab ich mir im Oktober wieder gegönnt, als ich eine Pizza mit Prosciutto gegessen habe. Ich war enttäuscht. Nicht weil ich Prosciutto an sich nicht mehr mochte, sondern weil er leider einfach zu dick geschnitten war und ich das gar nicht ausstehen kann.

Seitdem kann man das Fleisch das ich gegessen habe an zwei Händen abzählen:

  • 4x Prosciutto
  • 1x Schinken
  • 1x Steak
  • 2x Speck (einmal unabsichtlich, war im Risotto drin)
  • 1x Burger
  • 1x Fisch (Mochi)

Im Alltag ernährte ich mich eigentlich durchwegs vegetarisch. Zu Hause wurde kein Fleisch mehr gekocht. Ganz selten kaufte ich zum Jausnen am Abend (nur hauchdünn geschnittenen) Prosciutto. Meine Schwäche! Nur ab und zu wenn ich Essen ging oder bei besonderen Anlässen wollte ich nicht auf Fleisch verzichten. Seit 02.01. esse ich jetzt gar kein Fleisch. Momentan möchte ich einfach nicht. Auch wenn mir beim Gedanken an ein gutes Steak schon das Wasser im Mund zusammenläuft. Ich weiß nicht, wie sich das weiter entwickelt und möchte auch nicht zu streng zu mir sein.

Wenn mein Essverhalten also einer Definition bedarf würde ich mich quasi als Teilzeitvegetarier (90/10) oder Flexetarier bezeichnen. Aber eigentlich müssen wir doch nicht immer alles kategorisieren und versuchen in Schubladen zu stecken…

Viele Vegetarier oder Veganer zeigen nach diesem Beitrag wahrscheinlich mit erhobenem Zeigefinger auf mich. Auch ich tu das meistens wenn ich Fleisch esse und das schlechte Gewissen währenddessen an mir nagt. Ich frage mich, warum ich meine Genuss noch immer über viel wichtigere Dinge wie Tierwohl und Umweltprobleme, die durch den Fleischkonsum verursacht werden, stelle. Ich kann die Frage eigentlich auch nicht beantworten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich seit 29 Jahren Fleisch esse, es mir schmeckt und es einfach wahnsinnig schwer fällt mit gewohnten Mustern zu brechen. Es fühlt sich ein bisschen so an, wie mit dem Rauchen (ja ich habe mal geraucht) aufzuhören. Man würde gerne, schafft es aber irgendwie nicht so ganz und wenn nicht sehr lange.

Wie geht es weiter?

Ich weiß es nicht und kann es euch nicht sagen. Liegt vielleicht an meiner “Go with the flow” Einstellung für das heurige Jahr. Ich weiß jedenfalls, dass es genau ins Gegenteil umschlagen würde, wenn ich mich zwingen würde, ab sofort kein Fleisch mehr zu essen und mich in die Vegetarier Kategorie zwängen würde. Das war schon damals beim Rauchen so. So wie damals beim Rauchen, ist es aber diesmal vielleicht auch so, dass ich eines Morgens aufwache und mir denke: “So das wars jetzt.” Momentan bin ich, wenn es schon einer Definition bedarf, 90/10 Teilzeitvegetarier und habe auch keine Lust mich jedes Mal, wenn ich Fleisch esse, zu rechtfertigen. Das ist alles.

6 Comments

  • Liebe Julia, vielen Dank für diesen Beitrag! Ich denke es ist nichts Verwerfliches, wenn man sich selbst und seinem Körper Zeit gibt mit einer solchen Umstellung umzugehen und man sich zu nichts zwingt. Ich selbst lebe seit über vier Jahren vegetarisch, habe aber zwischendurch auch wieder Fleisch gegessen. Mittlerweile sagt mir mein Körper, dass wir den nächsten Schritt zu Veganismus gehen können. Aber auch hier will ich uns einfach wieder Zeit geben und nicht bei jedem Stück Käse ein schlechtes Gewissen bekommen. Ich denke, am allerwichtigsten ist es, sich überhaupt damit auseinanderzusetzen, welche weitreichenden Folgen unsere derzeitige Lebens- und Ernährungsweise hat, und dann für sich den besten Weg da raus zu finden, ohne Zwang (denn das geht dann meistens nach hinten los) und ohne sich darum zu kümmern, wer alles warum mit dem Finger auf einen zeigt. Also noch einmal vielen Dank für deine offenen Worte :)

    Alles Liebe,
    Sabrina

    • Liebe Sabrina,
      danke fürs Teilen deiner Story. Finde ich toll, dass du das so machst. Ich könnte mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, vegan zu sein. Aber kann mir gut vorstellen, dass sich das entwickelt, wenn man lange vegetarisch lebt und hoffe, dass es bei mir auch dorthin geht. Aber ja, das mit dem stressen und Schubladendenken bringt eben einfach nichts….damit auseinandersetzen, entsprechend leben und hin und wieder menschlich sein – ich denke das ist ok so und bin froh, dass es auch andere gibt, die da so denken wie ich :)
      Alles Liebe
      Julia

  • Liebe Julia

    Danke für deinen sehr ehrlichen Artikel! Mir geht es ähnlich und es tut gut zu lesen, dass es dir auch so geht.

    Lieber Gruss,
    Tatjana

    • Liebe Tatjana, danke für dein Kommentar. Ja ich finde man muss hier ehrlich sein. Jemandem was vorzuspielen und so zu tun als ob, wäre nicht richtig :)
      Alles Liebe
      Julia

  • Du gehst das schon ganz richtig an, meiner Meinung nach zumindest. Für mich selbst funktioniert nämlich auch die mir Zeit geben mich umzugewöhnen am allerbesten.
    Wie die meisten von und wurde ich omnivor erzogen und kam im Teenager-Alter erstmal mit Vegetarisnus in Berührung. Allerdings dauerte es noch ein paar Jahre bis ich mlich selber damit auseinander setzte und mich für diesen Weg entschied. Ich bin jetzt 29 und würde sagen die letzten 5 Jahre bin ich auf meinem Weg – der mich zum “vegan at home” machte, soll heißen für mich selbst koche ich zuhause vegan. Außerhalb esse ich auch vegetarisch, obwohl das vegane Angebot immer größer wird. Allerdings bezeichne ich mich auch nicht konkret als Veggie – denn aktuell kann ich Fleisch noch in Ausnahmefällen mit mir vereinbaren. Ich weiß aber auch das ich 2017 5x Fleisch gegessen habe (zb auf der Hochzeit einer Freundin, weil mir das vegetarische nicht geschmeckt hätte) und die Bilanz finde ich ganz gut.
    Vielleicht wird sich diese Einstellung in Zukunft ändern, wer weiß.

    • Liebe Nika, danke dir für dein Kommentar und schön zu sehen, dass es noch andere gibt, die da so denken :) Bei mir wird es auch konstant immer weniger und oft graust es mir mittlerweile auch davor Fleisch zu essen, manchmal aber eben auch nicht. Einfach das machen was sich gut anfühlt und sich nicht zu sehr dabei stressen :)

      Alles Liebe
      Julia

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