Gueststory: Sattvische Ernährung: Wie esse ich yogisch?

Wer regelmäßig Yoga praktiziert weiß, dass die Ernährungsweise die eigene Yogapraxis erleichtern oder erschweren kann. Nehmen wir als Beispiel die Asanapraxis: Diese ist bekanntlich weniger effektiv, wenn man eine Stunde vorher zwei Teller Pasta gegessen hat. Viele Yogaschulen empfehlen daher leichte Mahlzeiten vor den Yogastunden und eine letzte schwere Mahlzeit vier Stunden vorher. Die Ernährung hat jedoch nicht nur Einflüsse auf die körperliche Yogapraxis, sondern beeinflusst nach der ayurvedischen Lehre das gesamte Leben. Ich verrate dir hier, wie du eine sattvische Ernährung für dich etablieren kannst.

Sattvische Ernährung

Was bedeutet Sattvisch?

Jedes Leben trägt die drei Eigenschaften Sattva, Rajas und Tamas in sich. Tamas ist das Träge und Dunkle, Rajas ist Energie und Ambition und Sattva das Reine und Weise. Jeder Yogi strebt danach die sattvische Eigenschaft in ihm zu stärken, sodass Tamas und Rajas ihn nicht beherrschen. Tamas und Rajas sind zwar nicht ausschließlich schlechte Qualitäten, der Geist und Körper ist aber erst im sattvischen Zustand klar. Sattva verbindet dich mit deinem höheren Selbst und hilft dir negative Gefühle hinter dir zu lassen. Es bringt Leichtigkeit in dein Leben, indem es dich in den gegenwärtigen Moment befördert.

Bewusste Ernährung als Ergebnis der Yogapraxis

In der Regel ist es so, dass eine sattvische Ernährung sich ergibt, wenn du regelmäßig Yoga praktizierst. Die Yogapraxis macht dich achtsamer, auch auf dein Essen bezogen. Das heißt, dass Prinzipien wie Ahimsa präsenter für dich werden. Durch das Bedürfnis der Gewaltlosigkeit gegenüber Lebewesen gehst du in eine vegetarische oder vegane Lebensweise über oder reduzierst deinen Fleischkonsum. Auch das yogische Prinzip Saucha, das Bedürfnis deinen Körper rein zu halten, wird sich mit der Zeit und Intensität der Praxis steigern. Du verzichtest in der Ernährung immer mehr auf Lebensmittel, die dich erschweren und isst fast schon intuitiv „sattvischer“ als zuvor.

Sattvische Ernährung: Do’s and Don’ts

Durch die regelmäßige Yogapraxis ergibt sich eine bewusste Ernährung meist von selbst. Trotzdem kannst du deine sattvische Qualität unterstützen. Hierzu eine kleine Liste als Übersicht sattvischer Ernährungsregeln.

  • Mitgefühl praktizieren: Vegetarische, vegane Ernährung oder Reduktion von Fleischkonsum und tierischen Produkten
  • Prana kultivieren: Frische und saisonale Lebensmittel integrieren
  • Rajas reduzieren: Knoblauch, Chili, Zwiebeln, Kaffee und Alkohol reduzieren
  • Tamas reduzieren: Weniger Salz, Knoblauch, Pilze, Tiefkühlkost oder aufgewärmtes Essen
  • Leichte Kost: Proteine aus leichten Hülsenfrüchten, Früchte, frisches Wurzelgemüse, lokales Getreide, Nüsse
  • Blutzuckerspiegel berücksichtigen: raffinierten Zucker, Weißbrot und andere Kohlenhydrate vermeiden
  • Achtsam essen: Weder zu wenig, noch zu viel essen
  • Viel trinken: Wasser und Kräutertees um Giftstoffe aus dem Körper zu spülen
  • Mit Achtsamkeit essen: Negative Emotionen wirken sich auf deine Verdauung aus
  • Hin und wieder deine Prinzipien über Board werfen und das essen, wozu du Lust hast

Ich empfehle dir die ayurvedischen Prinzipien aus dieser Liste als Richtlinie und ohne Zwänge zu praktizieren. Seit ich intensiv Yoga praktiziere haben sich viele Dinge von alleine und unerzwungen ergeben: Ich ernähre mich bereits seit neun Jahren vegetarisch und empfinde immer weniger Lust nach tierischen Produkten. Ich trinke selten Alkohol und habe intuitiv das Bedürfnis nach nährstoffreicher, leichter Kost. Die „Umstellung“ meiner Ernährung kam also von alleine. Zu viel Strenge erweckt nur das Bedürfnis nach „Verbotenem“. Ob Vegetarisch, Vegan, Rohkost oder Clean: Erkenne und erfahre an deinem eigenen Körper und Geist, was für dich richtig ist.

Deine Jasmin von Beyond My Mat

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