An dieser Stelle wird es ab sofort jeden Mittwoch eine inspirierende Quote und ein paar mehr oder weniger weise Worte meinerseits dazu geben. Eine meiner liebsten Yoga Quotes macht den Anfang der Serie: Yoga is not about touching your toes, it’s about what you learn on the way down.
Wenn sie das erste Mal in die Yogastunde kommen, denken viele nur daran, wann sie endlich den Kopf- oder Handstand lernen. Neidisch wird zur Matte daneben geschielt. Fragen wie: Hat die denn gar keine Knochen? Ist die aus Gummi?, kommen einem in den Sinn. Der Ehrgeiz folgt auf dem Fuss. Gedanken wie: Wenn ich nur jeden Tag übe, bin ich in einem halben Jahr auch so gut, lassen nicht lange auf sich warten.
Auch bei mir war das der Fall. Und auch heute muss ich mich in Gruppenstunden ab und zu noch bemühen wirklich nur auf meiner Matte zu bleiben. Aber je länger ich Yoga praktiziert habe, desto besser habe ich verstanden, dass es bei Yoga nicht darum geht bei der Vorwärtsbeuge die Zehen zu berühren. Das was wirklich zählt ist, was man am Weg nach unten lernt.
Yoga ist tatsächlich ein ständiger Selbstentwicklungs- und Selbstfindungsprozess und die körperlichen Verrenkungen nur ein kleiner Teil davon. Aber auch bei den körperlichen Verrenkungen geht es nicht um Leistung oder Erfolg. Yoga ist kein Wettbewerb darum, wer sich besser verbiegen und verbrezeln kann. Instagramfotos von wunderschönen Frauen in unmenschlichen Positionen suggerieren, wie es so oft in Medien vorkommt, anderes. Tatsächlich ist es aber viel wichtiger, dass die einzelnen Yogaposen im Fluss des Atmens passieren. Die Qualität des Atems sollte nie für eine Pose geopfert werden. Kurzatmigkeit nur weil man sich in das volle Rad zwingen will, sollte partout vermieden werden. Dann lieber eben eine Zeit lang nur Schulterbrücke machen. Man sollte sich damit abfinden, dass der Körper für manche Posen nun mal noch nicht bereit ist und andere aufgrund körperlicher Voraussetzungen vielleicht nie in ihrer Vollkommenheit beherrscht werden. Und weißt du was? Das ist vollkommen in Ordnung! Es ist viel wichtiger durch eine Yogapose spirituelle Qualität zu erleben als sie perfekt einzunehmen, denn Yoga is not about touching your toes, it’s about what you learn on the way down.