Selfcare – über Zwänge, Müssen und die richtige Balance

Wenn ihr mir auf Instagram folgt, habt ihr vermutlich schon gesehen, dass ich den #selfcareseptember ins Leben gerufen habe, um den Herbst einzuläuten. Das Wort Selfcare ist ja mittlerweile schon fast so ausgezehrt, dass es auf eine „No-Go“ (noch so ein Wort übrigens) Liste gehört und trotzdem ist es einfach so wichtig, sich um sich selbst zu kümmern. Mit unserem Selbstoptimierungswahn neigen wir aber oft dazu, etwas das uns im Grunde gut tun würde, zu einem zusätzlichen Punkt auf der zum Bersten vollen To-Do Liste zu machen und so daraus eine weitere Last auf unseren Schultern zu basteln. Daher alles mit Maß und Ziel – auch SELFCARE. Ganz ohne Muss und Zwang…

Selfcare muss nicht perfekt sein

  • Jeden Tag meditieren.
  • Jeden Tag Journal schreiben.
  • Jeden Tag Yoga machen.
  • Jeden Tag gesund essen.

Wenn wir das alles erfüllen, dann kümmern wir uns richtig um uns selbst. Wenn wir es dann doch nicht schaffen, schleichen sich das schlechte Gewissen und das Gefühl, dass wir egal wie sehr wir es versuchen, es einfach nicht schaffen uns genug um uns selbst zu kümmern, ein. Wir wollen uns ständig weiter optimieren. Lassen auch bei etwas, das uns Kraft geben sollte, den Perfektionismus nicht außen vor und vergleichen uns mit anderen, die scheinbar eine perfekte #selfcareroutine leben.

Blödsinn. Selfcare muss nicht perfekt sein. Selfcare soll vor allem gut tun aber bei Gott kein weiterer Punkt auf der To-Do Liste sein, der uns in Stress versetzt.

Natürlich bedarf es einer gewissen Disziplin und Hingabe, um das Kümmern um uns selbst tatsächlich in unseren regelmässigen Tagesablauf zu integrieren. Das ist in der Tat nicht immer einfach und manchmal gehört auch ein kleiner Push dazu aber eben nie ein konstantes Pushen, das dazu führt, dass Selfcare zu einem Muss und Zwang wird.

Was gibt mir Energie? Was raubt mir Energie?

Sich diese beiden Fragen zu stellen ist das allerwichtigste, wenn man sich besser um sich selbst kümmern möchte. Nur weil mir eine Stunde Yoga gut tut, heißt das nicht, dass es auch dir guttut. Es kann sein, dass du beim Laufen über Stock und Stein neue Energie gewinnst, ich mir aber nur denke WTF, wieso sollte ich das machen?

Gerade über Social Media bekommt man das Bild vermittelt, als ob nur gewisse Dinge Selfcare wären. Vorne mit dabei natürlich Yoga, Meditation, gesundes Essen. Unumstritten sind das Dinge, die einem gesunden Lebensstil entsprechen und die meisten von uns auch mit Energie versorgen werden. Es gibt aber auch Menschen, für die Yoga gar nichts ist und die durch eine andere Betätigung ihres Körpers neue Energie gewinnen. Deshalb finde ich es so wichtig, nicht unreflektiert gewisse Dinge zu machen, nur weil sie dem allgemeinen Verständnis von Selfcare entsprechen, sondern wirklich in sich zu gehen und sich zu fragen, was gibt mir Energie und was raubt mit Energie?

Nimm dir dafür am besten ein paar ruhige Minuten, Machs dir gemütlich, schenk dir einen Tee oder ein Glas Wein (wenn dein Körper das gerade möchte) ein und schreib dir alles auf, was dir Energie gibt und was dir Energie raubt.

Wie finde ich das für mich richtige Maß an Selfcare?

Selfcare ist etwas wahnsinnig individuelles. Es gibt Menschen, die brauchen sehr viel Zeit für sich und andere, die mit weniger auskommen. Auch ist es nicht in jeder Lebensphase so, dass wir immer das gleiche Maß an Selfcare benötigen. Auch das ändert sich, genauso wie unsere Bedürfnisse und unsere Lebensumstände. Nur weil es mir vor ein paar Jahren gut getan hat, viel Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, heißt das nicht, dass das heute noch so ist und es kann sein, dass ich die meiste Energie aus Me-Time schöpfe.

Stell dir die folgenden Fragen:

  • Selfcare ist mir wichtig weil…..
  • Was sind Anzeichen, dass du dich nicht genug um dich selbst gekümmert hast? Wie äußert sich das bei dir?

Setze dich tatsächlich mit dem Thema auseinander, spür in dich hinein, tu Dinge, weil sie dir gut tun und nicht weil sie dir gut tun sollten. Finde dein richtiges Maß, deine Balance. Ganz ohne Zwang und Muss.

Gerne kannst du mir in den Kommentaren deine Gedanken zum Thema Selfcare hinterlassen, ich freu mich auf den Austausch mit euch.

 

2 Comments

  • Ich finde das Thema wirklich sehr wichtig. Auf Reisen fällt es mir viel leichter, bzw. könnte ich das ein bisschen als Kur vom Arbeitsalltag ansehen. Im Stress geht der Gedanke an Self Care leider sehr schnell unter bei mir. Genau das versuche ich momentan zu ändern. Danke für deine motivierende Worte. :)

  • Selfcare ist für mich sein Leben bewusst anzugehen und spüren. Selfcare ist auch NEIN sagen zu können, ohne sich dafür schlecht zu fühlen. Für sich seine eigenen Grenzen kennen und dem Moment Akzeptieren, ohne sich sorgen zu machen warum ich heute so bin. Selbstreflektieren.. Denn jeder Tag gehen Diverse eindrücken in uns hinein und jeden Tag setzen sich Grenzen bei einen verschiedenen Level ein. Bin ich heute eher ungeduldig, bin ich heute eher verschlossen und möchte mich zurück ziehen… Seine Gefühlen verstehen und Sie auch mit anderen teilen um nicht noch mehr Unklarheiten zu Triggern…Das ist Emotionale Selfcare für mich.
    Denn ich glaube daran das ein Nachhaltiger Selfscare genau so Facettenreich ist, wie unser Alltägliches Leben und unsere kognitiven Fähigkeiten. Wie du gesagt hast Julia „Auch das ändert sich, genauso wie unsere Bedürfnisse und unsere Lebensumstände.“Aber mit ein starkes Emotionales Verständnis für sich selbst, könnte jeder Tag, wie DEIN/MEIN Tag sein.
    Danke Julia für diese Inspiration.. und für jede andere die du mir bei jeder Begegnung mit dir gibst.
    In Liebe,
    Eure Aline.

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