Perfektionismus, Yoga & Juliet

Gueststory: Letting go – Über Perfektionismus, Selbstinszenierung und Selbsterkennung

Wenn es eines gibt, dass man in meinem Leben nicht finden wird, ist es Perfektion. Ich bin die Yogini, die bei der Meditation über ihr eingeschlafenes Bein nachdenkt und die einen zweistündigen Mittagschlaf macht und danach nicht mehr weiß, in welchem Land sie lebt. Ich bin die, der regelmäßig der Kochtopf überkocht und das Essen anbrennt. Ich bin die, die viel zu gerne nascht. Ob ich ein schlechtes Gewissen kenne? Aber klar doch.

Perfektionismus, Selbstinszenzierung & Selbsterkennung

Vor ein paar Tagen habe ich einen tollen Artikel zum Thema Selbstoptimierungswahn gelesen und habe mich direkt gefragt: Bin ich dem Selbstoptimierungswahn auch verfallen, oder wieso plagt mich das schlechte Gewissen, sobald ich nicht ganz so glatt funktioniere?

Als ich Deutschland verlassen habe, hatte ich eine genaue Vorstellung davon, wie mein Leben auf Bali aussehen sollte: Gesunde Ernährung, regelmäßige Yogapraxis, tägliche Strandspaziergänge, das schnelle Voranschreiten in Richtung Selbständigkeit und an meinen freien Tagen genug Energie haben die Insel zu erkunden. Jetzt, da ich in Casablanca bin, habe ich etwas Abstand bekommen, um mir darüber bewusst zu werden, wie viel unbewusstem Druck ich mich ausgesetzt habe.

Wir sind Menschen mit Ecken und Kanten

Was ich in meinem damaligen Selbstoptimierungswahn nie berücksichtigt habe war, dass ich ein Mensch mit Ecken und Kanten bin und gewisse, vielleicht nicht so perfekte Eigenschaften, ein Teil von mir sind. Selbstoptimierung ist nur dann gut, wenn du dein wirkliches Selbst dabei zum Ausdruck bringst, anstatt einem Idealbild hinterherzueifern, das rein gar nichts mit dir zu tun hat.

Ich hänge an meiner Persönlichkeit und ich habe nicht vor, sie aufzugeben. Ich frage mich auch, was der Selbstoptimierungswahn mit Yoga überhaupt zu tun hat. Normalerweise läuft es nämlich so rum: Du praktizierst und die Dinge passieren von alleine. Du schaust dir nicht einen Trend oder einen Lifestyle ab. Du versuchst niemand anderem etwas zu beweisen. Du tust Dinge, weil sie sich mit zunehmender Yogapraxis genau richtig und natürlich für dich anfühlen. Je bewusster du bist, desto mehr wirst du deine Energie den Dingen widmen, die automatisch für dich aber auch deine Umwelt gut sind.

Die Tantriker bringen durch Yoga Bewusstsein in ihren Alltag, ihre Beziehungen und ihre Berufe. Sie streben nach Selbsterkennung, um so ihre beste Version zu werden. Ich bin der Überzeugung, dass jeder von uns seine ganz eigene Version in dieser Welt hat. Sich Trends oder Zwängen zu beugen, um gesellschaftlich definierter Perfektion zu entsprechen, ist Inszenierung und keine Selbsterkennung.

Ich denke wir sollten die Motivation unserer Selbstoptimierung hinterfragen: Ist die Motivation von Perfektionismus geprägt, inszenierst du dich durch die Optimierung in der Gesellschaft oder willst du anderen etwas beweisen? Wieviel von dieser Selbstoptimierung und der Ziele entspricht tatsächlich dir selbst?

Deine Jasmin von Beyond My Mat

Leave a Reply

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit.

BALI YOGA RETREATS SPECIAL

 

FEBRUAR 2019

 

BRING A FRIEND 

spart euch jeder 20% auf den Normalpreis

X
X