Im Interview: Nicki Vellick vom Yogalife Graz

In den Weihnachtsferien war ich in meiner Heimat Graz. Da ich Zeit hatte, gönnte ich mir selbst eine Yogastunde im Yogalife Graz, die von der lieben Nicki unterrichtet wurde. Nicht nur, dass die Stunde unglaublich schön war. Nickis Persönlichkeit war so inspirierend, dass ich sie kurzerhand fragte, ob sie für meinen Blog ein Interview geben möchte….et voila.

Nicki, stell dich zu Beginn doch kurz selbst (beruflich und privat) vor.

Hallo :-) Also ich bin Nicki und lebe mit viel Freude in Graz. Dort habe ich ein Yogastudio, das Yogalife und genieße es in dieser tollen Stadt zu unterrichten! Zu Hause ist es bunt mit einem wunderbaren Ehemann, Daniel, der unseren Yoga Store in Graz führt und das Studio managt, unserem 7 jährigen Sohn Christopher, der unsere Wohnung mit ganz viel Action, Lachen, Leben füllt und zwei wundervollen Hunden, von denen einer immer mit mir im Studio ist.

Seit wann beschäftigst du dich mit Yoga und wie bist du dazu gekommen?

Der Welt des Yoga bin ich das erste Mal vor etwa 12, 13 Jahren begegnet, als ich von meinem Schwiegervater einen Yogatag mit Young-Ho Kim geschenkt bekam. Dieser Tag hat meinem Leben eine entscheidende Richtung gegeben, denn in Young-Ho habe ich meinen Mentor gefunden, meinen Yogapapa, meine Inspiration. Bis heute begleitet er mich und wir sind mittlerweile auch Kollegen und Freunde geworden :-)

Warum unterrichtest du Yoga?

Ich freue mich einfach, wenn ich Menschen glücklich machen kann, wenn ich sie dabei begleiten kann sich selbst (wieder) zu entdecken, wenn sie ihren Körper besser spüren und ihr Herz fühlen können. Ich finde es auch wunderschön, wenn es den Yogis besser geht, sich körperliche, seelische Beschwerden lösen. Mir macht diese spürbare Verbundenheit Freude, das Miteinander. Dieser schöne Weg der Achtsamkeit. Und auch das Spaß haben, und durch die Freude auf der Matte Wege des Mitgefühls in den Alltag finden.

Dein Yogastudio ist in meiner Heimatstadt Graz. Wie ist dort die Yogaszene?

Oh die Szene ist riesig und ständig am Wachsen. Ich finde da ist für jeden Geschmack was dabei, die unterschiedlichsten Yogastile spiegeln genau unsere eigene Buntheit wieder. Ich glaube, dass hier jede/r sein/ihr Yoga finden kann.

Eine Frage, die mich oft beschäftigt, mit der du dich als Inhaberin eines Studios aber sicher schon beschäftigt hast. Wie passen Business und Spiritualität aus deiner Sicht zusammen?

Nun, ich habe ja das Glück, dass die Business Seite mein Mann übernimmt :-D Ich kann mich wirklich wunderbar auf meinen Unterricht konzentrieren. Aber auch ich darf leider nicht mietfrei wohnen oder kostenlos im Bioladen Essen einkaufen, nur weil ich Yogalehrerin bin. Also bin ich so frei und freu mich, dass ich mit meiner wunderschönen Berufung auch Geld verdiene. Ist doch wunderbar!

Ich hab bei dir meine erste Inside Flow Stunde besucht und mich verliebt. Erklär doch bitte kurz meinen Lesern was Inside Flow ist und warum du es so gerne hast?

Oh Inside Flow, ich liebe es auch so sehr! Young-Ho hat dieses Konzept entwickelt, und damit für mich etwas Einzigartiges geschaffen. Wir bauen während der Einheit eine Choreographie auf, wobei hier der Atem und die Bewegung im Einklang sind. Und dann passt diese Bewegungsabfolge zu einem bestimmten Song. Und hier beginnt das Yoga, denn der Song hat eine Botschaft, die ich in Form einer Intention aufbereite. Zu dieser Intention, dieser Widmung wird dann der Flow einige Male gemacht (mit dem tollen Song versteht sich). Dadurch bekommt die Bewegung etwas Meditatives und das Herz freut sich sehr! Es gibt die ganze Einheit hindurch VIEL Musik, viele gute Beats. Wir lieben ja eigentlich alle Musik oder? Wir hören gerne Radio und manche Songs berühren uns besonders. Das sind dann oft die Songs für Inside Flow.

Du bist auch Budokon Ambassador? Was ist Budokon?

Budokon ist eine Mischung aus Yoga, Martial Arts und Calisthenics. Der Gründer, Cameron Shayne, hat diese drei sehr alten Bewegungsformen zusammen gebracht und somit etwas sehr Rundes – und Anspruchsvolles – geschaffen. Ich konzentriere mich in meinem Unterricht hauptsächlich auf den Aspekt des Yoga. Im Grunde geht es darum, dass man zwei Wesen in sich hat: den Yogi und den Krieger. Und dass beide wichtig sind. Denn: wenn du gerade siehst, wie auf der Straße ein Kind getreten wird, wirst du dich nicht hinsetzen und meditieren oder? Du wirst hoffentlich alles tun, um dem Kind zu helfen. Das ist damit gemeint. Wir brauchen beides, und sollten in beidem stark sein. Dabei hilft die Budokon Praxis. Sie bringt Geduld und Kraft und Mut.

Du bietest eine wahnsinnige Bandbreite an Yogastilen in deinem Studio an, wie würdest du deinen eigenen Yoga Stil beschreiben?

Mein Yogastil ist so bunt wie der von Young-Ho. Ich liebe es mit Musik zu arbeiten, also das ist meistens mit in meinen Stunden. Hauptsächlich denke ich, habe ich zwei Seiten. Einerseits den Flow, das achtsame Fließen von Asana zu Asana, und andererseits das achtsame Verweilen in Asanas. Das Verweilen ist auch sehr wichtig. Ich lege ganz viel Wert auf eine korrekte Ausrichtung. Ich bilde mich gerne weiter und gebe meine Updates an meine Yogis weiter. Ein sicheres Praktizieren durch eine gesunde Ausrichtung, dabei Freude an dem haben was man macht. Grundsätzlich ist es bei mir eher intensiv :-D man kommt ins Schwitzen, und das ist auch gut so. Dann kann man hinterher richtig entspannen, hat aber dem Körper ganz viel Gutes getan. Es gibt nur eine Einheit, in der ich Yin-inspiriert bin, das ist auch ein schöner Ausgleich :-)

Was hat sich durch Yoga in deinem Leben verändert?

Ich glaube, dass ich achtsamer geworden bin. Ich stelle Dogmen in Frage und tanze gern mal aus der Reihe. Ich bin mutig und stehe gerne für alle ein, die gerade meine Kraft brauchen. Ich habe festgestellt, dass wenn man sich selbst verändert, man einen Beitrag leisten kann für die Welt. Ich lebe möglichst nachhaltig, umweltbewusst. Ich lebe vegan, und wir haben einen Yoga Store in dem wir auch nur biologische und vegane Produkte anbieten. Ich lebe meinem Kind so gut ich kann vor, was ich mir wünsche für die Welt. Also Frieden, Freiheit und Glück für alle.

Wo holst du dir Inspiration?

Meine größte Inspirationsquelle ist das Inside Yoga in Frankfurt. Ich habe dort schon so viel gelernt, von meinem Mentor Young-Ho, von Alexey Gaevskij, Hie Kim und Manuela Neddermeyer. Aber ich habe auch das große Glück, andere Lehrer zu kennen und mit ihnen zu arbeiten. Eine ganz große Inspiration ist für mich auch Matt Giordano. Ein ganz sympathischer Kerl mit unglaublich großem Wissen.

Yoga ist im Wandel. Ständig kommen neue Richtungen dazu. Was darf sich in der Yoga-Welt noch verändern?

Ich glaube es wäre gut, wenn wir uns alle immer wieder die Frage stellen würden, warum wir eigentlich unterrichten. Damit wir das Wichtigste nicht aus den Augen verlieren: den Menschen selbst. Die Menschlichkeit. Das Miteinander. Und: Scheuklappen runter! Hol dir Inspirationen aus der Sportmedizin, geh mit dem Fortschritt, damit Yoga gesund ist.

Wofür bist du heute und in diesem Moment dankbar?

Oh für so Vieles. Für meine wunderbare Familie. Dass ich mich so glücklich schätzen darf, einen Mann zu haben, der mich ständig und in allem unterstützt und mich jeden Tag morgens liebevoll umarmt und mir einen guten Morgen wünscht. Für das gemeinsame Aufwachen heut Morgen mit unserem Sohn in unserem Bett, wie er mich verschlafen umarmt, noch warm und kuschelig. Für den Spaziergang im Wald mit meinen Hunden, heute über den gefrorenen Waldboden und die Stille genießend. Dafür, dass ich lebe, atme und das machen kann was ich liebe. Dass ich jetzt gleich gemütlich meinen Inside Flow für heute Abend vorbereiten kann und mich jetzt schon darauf freue, die Yogis zu sehen, mit ihnen auf die Matte zu hüpfen, Themen des Lebens in meinen Flow zu weben.

Ein Buch, das dich in letzter Zeit begeistert hat?

Sachbuch: Das Buch der Freude vom Dalai Lama und Desmond Tutu.
Roman: Große kleine Schritte von Jodi Picoult
Lesen liebe ich auch!

Dein Lieblings-Mantra?

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu. Hab ich mir auch tätowiert, weil ich darauf mein Leben ausrichte. Mögen alle Wesen glücklich und frei sein. Möge ich mit meinen Gedanken, Worten und Taten zu diesem Glück und dieser Freiheit beitragen.

Zum Abschluss eine Yogaweisheit oder Yogaübung, die du meinen Lesern mitgeben möchtest?

Ja! Setz dich täglich hin und gönn dir 3 Minuten Meditation. Am Besten bevor dein Tag startet. Atme bewusst ein und aus und sei einfach im Moment. Vielleicht legst du eine Hand auf dein Herz und fühlst deinen Herzschlag, deinen Atem. Und nach den 3 Minuten bring die Hände vor deinem Herzen zusammen und sage laut: DANKE! Danke, dass du einen neuen Tag vor dir hast, einen Tag, der der Schönste deines Lebens werden kann.

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