Yoga Blogger im Interview: Jeanette von Follow your Trolley

Meine heutige Interview Partnerin ist die liebe Jeanette von Follow your Trolley. Meine Quelle Nummer 1, wenn ich nach stilvollen Yogareisen, mit dem gewissen Etwas suche.

Für die, die dich noch nicht kennen, erzähl doch kurz etwas über dich (offline) und dich online (Blog).

Ich heiße Jeanette und wenn ich nicht gerade auf Reisen bin, dann findet man mich in meiner Homebase in Salzburg. Dort arbeite ich als Texterin, Journalistin und Yogalehrerin. Mein Blog Follow Your Trolley ist vor fast 10 Jahren auf einer Weltreise entstanden. Schon damals, war nicht nur der Trolley, sondern auch die Yogamatte mit dabei. Yoga, Spiritualität & Sinnsuche sind seither immer wichtiger auf meinem Blog für stilvolles Reisen geworden.

Wodurch hast du die Liebe zum Yoga entdeckt und was hat dich dazu bewogen auf deinem Blog darüber zu schreiben?

Es war die pure Neugier und die Frage, wie ich meinen unruhigen Geist besänftigen könnte. Und das zu einer Zeit, in der Yoga noch nicht sehr hip war. Meine erste Yogastunde fand mangels Studio mit einem altmodischen Buch auf dem Wohnzimmerteppich statt. Mein Blog war zu Beginn ein Tagebuch, das meine Weltreise dokumentiert hat. Da Yoga & Reisen für mich ein super Team sind, war es nur logisch, dass später auch Yoga dort seinen Platz bekam. Spätestens seit meiner Yogalehrerausbildung auf Bali 2011 sind Yoga & Spiritualität feste Bestandteile auf Follow Your Trolley. Mittlerweile ist daraus ein spezialisierter Nischenblog für Yoga- & Sinnreisen sowie Retreats geworden.

Ich hatte unglaubliche rührende Kontaktaufnahmen von Lesern und auch persönliche Kennenlernen, aus denen am Ende sogar Freundschaften entstanden sind. Erzähl mir doch, von deinem ganz persönlichen Lieblings-Leser-Moment.

Ja, da gibt’s tatsächlich einige. Ich wurde schon in Yogastudios und auf Yogaworkshops von meinen Lesern erkannt. Aber es kommt auch oft vor, dass ich spannende Menschen auf Retreats kennenlerne, die erst danach Fan von meinem Blog werden. Oder ich unterrichte auf Retreats oder hier in Salzburg und plötzlich stehen da unbekannte Gesichter, die über meinen Blog in meine Stunde gefunden haben. Mit meinen Leidenschaften Schreiben, Reisen & Yoga entstehen jedenfalls sehr viele schöne Synergien in sämtliche Richtungen!

Gab es auch schon negative Kommentare? Wie gehst du damit um?

Ich fordere manche Leute schon alleine damit heraus, dass ich Luxusreisen mit Yoga auf einen Nenner bringe. Das war schon immer mein persönlicher Zugang: Ich liebe die schönen Dinge des Lebens, hab’ ein Faible für edles Design, charaktervolle Refugien & besondere Naturschauplätze. Yoga und Luxus, wie immer man ihn interpretieren mag, sind für mich kein Widerspruch. Insofern bekomme ich schon mal negative Kommentare, wenn ich z.B. eine Luxuskreuzfahrt (meine einzige bis jetzt, aber die Erfahrung möchte ich nicht missen) oder mich auf den Seychellen oder den Malediven herumtreibe. Ich bleibe entspannt, da ich mich nicht rechtfertigen muss. Ich habe nie behauptet, dass ich ein Engel mit Heiligenschein bin und Follow Your Trolley ist auch kein erklärter Nachhaltigkeitsblog. Ich habe meine eigenen Prinzipien, habe seit 10 Jahren kein eigenes Auto mehr, bin seit fast 30 Jahren Vegetarierin und treffe sehr bewusste Konsumentscheidungen. Man findet mich durchaus am Strand, wenn ich Plastikmüll einsammle, ich rette auch ständig Insekten aus diversene Hotelpools, aber ich mache keinen Blogpost daraus. Ich bin noch ohne Internet & Social Media aufgewachsen. Ich bin auch bewusst keine hauptberufliche Bloggerin, die ständig im Clinch mit sich selbst ist, weil sie im Gespräch bleiben muss, obwohl ihr eigentlich nach Digital Detox wäre. Ich sehe das daher mit großem Abstand. Mein Blog, meine Regeln. Und falls das Internet mal weg ist, sind auch dumme Kommentare verschwunden. Ich habe aber immer noch mein Leben mit drei „richtigen“ Jobs.

Woher nimmst du deine Inspiration? Welche Blogs liest du selbst gerne?

Die Inspiration kommt von selbst. Ich muss nur ein Ticket buchen, den Trolley packen und los geht’s! Jede Stadt, jede Destination, jede Landschaft ist für mich pure Inspiration. So viel Posts kann ich gar nicht schreiben. Vielleicht habe ich deshalb auch meinen Podcast „Ohrensesseltalks“ ins Leben gerufen – um noch viel mehr Inspiration auf direkte Art weiterzugeben.
Die Blogs, die ich selbst lese? Aus Zeitgründen scrolle ich eher durch ästhetische Instagram-Feeds wie @petitepassport, @localmilk @thetrottergirl @becoffeestyle @_goodoldfashioned, @mademoisellepoirot & viele mehr.

Du bist ja auch auf Instagram aktiv. Stichwort Instagram-Yoga. Inspiration oder gefährliches Vorgaukeln falscher Realität?

Das Ganze hat zwei Seiten. Einerseits liebe ich die Ästhetik, die schöne Fotos ausstrahlen. Und es ist doch klar, dass da auch Filter am Werk sind und vorher die Schmutzwäsche zur Seite geräumt wurde – hoffentlich! Man hat der Plattform ja zum Glück nicht versprochen, lückenlos alle Hässlichkeiten des Alltags zu zeigen. Auf der anderen Seite finde ich es zweifelhaft, Yogaposen zu präsentieren, die für den Durchschnittsmenschen einfach nicht machbar oder sogar gefährlich sind oder einfach nur sinnlos!
Ich selbst habe mal ein Foto von mir im Meditationssitz auf dem Hotelbett gepostet. Und im Text klargestellt, dass das natürlich nur fake sein kann. Denn ich bin natürlich nicht in tiefe Meditation versunken, ohne zu wissen, dass gerade ein Foto entsteht. Vielmehr hatte ich 10 Sekunden, um den Selbstauslöser zu drücken und aufs Bett zu springen. Ich glaube, es ist einfach Ehrlichkeit & Humor gefragt! Es ist nicht alles, wie es scheint. Auf Instagram schon gar nicht.

Was bereitet dir persönlich am Bloggen am meisten Freude und warum? Und was ist am Nervigsten?

Ich liebe es, zu fotografieren, Momente aus ungewöhnlichen Blickwinkeln festzuhalten. Und ich liebe es, Geschichten und Erlebnisse in Worte zu fassen. Das sind meine Talente.
Was ich eigentlich gar nicht (mehr) mag: Mich selbst als Blogger zu bezeichnen. Das war mir peinlich, als es noch kaum andere Blogger gab. Und jetzt ist es mir erst recht peinlich, weil jeder bloggt und schon Allüren an den Tag legt, noch bevor er noch guten Content produziert hat. Ich entdecke gerade neue Wege und habe viele Pläne abseits vom üblichen Bloggen. Ich will nicht die breite Masse ansprechen, der Reichweite nachjagen und meine Seele für Kooperationen verkaufen. Lieber hege und pflege ich meine kleine, feine Community aus likeminded people. Es geht in Richtung „private content“, den ich nur meinen treuen Lesern zugänglich mache.

Behind the scenes – Berichte doch kurz über einen typischen Tag im Leben einer Yoga Bloggerin?

Das typischste ist: Es gibt keinen typischen Tag. Das ist auch der Grund, warum ich vor 4 Jahren meinen PR-Job gekündigt habe, um mich als Texterin, Journalistin und Yogalehrerin selbständig zu machen. Ich brauche einfach größtmögliche Freiheit, um kreativ arbeiten zu können. An manchen Tagen unterrichte ich morgens Yoga und schreibe dann den ganzen Tag in der Yogalegginge Texte im Homeoffice. An anderen Tage treibe ich mich auf Pressereisen, Yogaretreats oder schönen Resorts auf der ganzen Welt herum, um im besten Fall dort Yoga zu üben und später darüber zu berichten – auf meinem Blog oder in Magazinen. Kein Tag ist wie der andere. Ich liebe es, keine Routine zu haben!

Blogs vermehren sich stetig. Auch Yogablogs gibt es mittlerweile immer mehr. Findest du, dass es bereits ein Überangebot gibt oder noch Raum nach oben besteht?

Ich glaube, vor allem an fundierten und spezialisierten Yogablogs, die echtes Wissen weitergeben, gibt es noch sehr viel Potenzial. Mein Blog ist ja eigentlich ein Reiseblog und das Yoga kam nach und nach dazu. Mittlerweile schreibe ich viel über meine Erfahrungen bei Yogareisen und Retreats. So ist meine eigene Nische entstanden. Nischenblogs finde ich überhaupt eine sehr spannende Sache. Auch beim Thema Yoga muss man ja nicht unbedingt den ganzen Bauchladen vor sich her tragen.

Noch ein paar Fragen, zu Yoga, die nichts mit dem Bloggen zu tun haben:

Seitdem ich Yoga mache, hat sich meine Persönlichkeit stark weiterentwickelt. Wie ist das bei dir? Was ist die größte Entwicklung oder Veränderung, die du durch Yoga bei dir bemerkt hast?

Es ist eigentlich kein Stein auf dem anderen geblieben. Oftmals bemerke ich starke Entwicklungen und Einsichten und frage mich: Ist das Yoga dran schuld oder ist es einfach nur der Lauf der Zeit und das weisere Alter?
Yoga hat mich auf jeden Fall zu einem offeneren Menschen gemacht. Vielleicht hat mich Yoga auch fröhlicher, mutiger und vor allem neugieriger gemacht. Neugierig vor allem auf das, was es abseits der Yogamatte zu entdecken gibt: Schamanismus, Bioenergetik, über glühende Kohlen laufen, Tarot, Astrologie, Schweigen, Schreien, Tanzen…

Hast du eine Yoga Buch Empfehlung für meine Leser?

Eine? ;) Ich verschlinge so derart viele Bücher, dass es nicht leicht ist, hier eine Auswahl zu treffen. Aber ein für mich sehr wichtiges Buch, wenn auch kein ausdrückliches Yogabuch, ist „Eastern Body, Western Mind“ von Anodea Judith. Wer damit durch ist, wird nur mehr von Chakren fantasieren. Auch ‚Your Body, Your Yoga’ von Bernie Clark ist eine Pflichtlektüre und gerade auch in deutscher Sprache erschienen. Eines meiner liebsten Yin Yoga-Workbooks ist definitiv ‚Insight Yoga’ von Sarah Powers. Wobei ich vieles, was drin steht, erst nach meinem Yin Yoga Training mit Sarah so richtig verstanden und verarbeitet habe.

Was ist deine Lieblings Yoga Position? Welche Yogarichtung bevorzugst du?

Es ist vermutlich nach wie vor der herabschauende Hund. Mein Yogaweg begann mit Power- & Vinyasa Flow Yoga, führte an vielen anderen Stilen vorbei und ist nun bei meiner eigenen Version von Yin & Yang-Yoga angekommen – mit kraftvollen, dynamischen Flows, aber auch ruhigen Yin-Positionen.

Zum Abschluss 3 Worte, die dich und deinen Blog am besten beschreiben.

Truth. Simplicity. Glamour. (= der Claim von Follow Your Trolley)

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