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Die Reise meines Lebens – 1 Jahr danach

Am 12.06.2017 jährte sich meine Rückkehr aus Südostasien zum ersten Mal. Solche Momente nehme ich zum einen gerne zum Anlass, um ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. Zum anderen aber auch dazu, zu reflektieren.

Ich kann mich noch sehr gut an meine zwiegespaltenen Gefühle vor dem Heimkommen erinnern. Auf der einen Seite freute ich mich, auf der anderen hatte ich aber auch das Gefühl noch nicht fertig zu sein und nicht als Ganzes wieder zurück zu kommen, da ich Teile meines Herzens vor allem auf Bali gelassen hatte. Der Moment des Ankommens, war anders als erwartet. Ich hatte nicht das Bedürfnis mich hinzunknien und den österreichischen Boden, der sich wieder unter meinen Füßen befand, zu küssen. Ich fühlte mich eher irgendwie eigenartig.

„To travel is to take a journey into yourself.“

Nachdem die Wiedersehensfreude verebbt war, kam das Gefühl wieder und ich erlebte etwas, das man Eigenkulturschock nennt. Ich begann über die Sinnhaftigkeit eines österreichischen Standardlebens, in dem man den ganzen Tag arbeitet, die ganze Woche nur aufs Wochenende, das ganze Jahr nur auf den Urlaub und das ganze Leben nur auf die Pension wartet, nachzudenken. Ich hatte das Gefühl als hätte sich hier nichts verändert, außer mir selbst. Am liebsten hätte ich ganz schnell wieder meine Koffer gepackt…..

Der Eigenkultuschock wurde kleiner und langsam gewöhnte ich mich wieder an das Leben in Österreich. Ich gewöhnte mich wieder daran arbeiten zu gehen und bis zu einem gewissen Grad der Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft ausgesetzt zu sein. Trotzdem hatte sich einiges in meinem Leben verändert und das bis heute. Ende nicht absehbar….

Ein Freund hat erst neulich zu mir gesagt: „Du bist als Anwältin weggefahren und als Yogalehrerin wieder zurückgekommen.“ Ich war zwar noch keine Anwältin, aber der Satz symbolisiert trotzdem ganz gut die Veränderung die ich durchgemacht habe.

„We travel because distance and difference are the secret of our creativity. When we get home, home is still the same. But something in our minds has changed, and that changes everything.“

Vor der Reise war ich sehr auf Äußerlichkeiten bedacht, ein gewisser Standard war mir wichtig, genauso was andere von mir und dem Leben das ich führe halten. Dass ich so nicht mehr glücklich war, zeichnete sich natürlich schon vor der Reise ab, sonst hätte ich mich wohl auch nicht dazu entschlossen. Aber nach der Reise waren mir auf einmal so viele Sachen klar, die ich bis heute so sehe…..

Ich möchte kein Leben im Hamsterrad mehr führen. Ich möchte etwas tun, das mir Spaß macht und in dem ich aufgehe. Ich brauche nicht jedes Monat neue Klamotten. Ich investiere mein Geld lieber in Flugtickets und Erlebnisse. Ich möchte in meinem Leben noch so viel es geht von dieser wunderschönen Welt sehen. Trotz kultureller Unterschiede und Barrieren sind im Endeffekt alle Menschen auf der Welt gleich. Es sind die Menschen und Momente die das Leben ausmachen, nicht die materiellen Werte, die man sich anhäuft. Ich habe einen stärkeren Sinn für Nachhaltigkeit, die Umwelt und die Rettung unseres Planten entwickelt. Ich empfinde die meisten Dinge, über die sich Herr und Frau Österreicher aufregen als unwichtige Nebensächlichkeiten. Ich weiß, dass ich im Jetzt leben und den Moment genießen soll. Ich weiß, dass mein Glück nur von mir selbst und von keinerlei äußeren Umständen abhängt……

Das sind nur einige der Dinge die mir klar geworden sind…..Ich bin jedenfalls unendlich froh darüber, dass sich alles so entwickelt hat, wie es ist und auch über die Richtung die ich eingeschlagen habe und für meine Zukunft geplant habe. Diese Reise war auch noch ein Jahr danach die beste Entscheidung meines Lebens und jedem der mit dem Gedanken spielt, etwas in die Art zu machen, kann ich nur sagen: DO IT!

„Travel changes you. As you move through this life and this world you change things slightly, you leave marks behind, however small. And in return life – and travel – leaves marks on you.“

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