Yogalehrer Beruf

Beruf Yogalehrer Q & A – eure Fragen, meine Antworten

Ich wollte wissen, welche Fragen ihr zum Beruf Yogalehrer habt und here you go…eure Fragen, meine Antworten.

Was waren deine ersten Schritte und wie viele Unterrichtseinheiten unterrichtest du jetzt?

Ich habe ganz klein begonnen. Ich hab mir für ein Semester lang einen Raum für eine Einheit in der Woche gemietet. Das waren meine Anfänge vor mittlerweile fast fünf Jahren. Derzeit unterrichte ich durchschnittlich zwischen drei und acht Einheiten die Woche. Es gab aber auch Zeiten, da waren es viel mehr. Ich muss aber sagen, dass acht tatsächlich mein persönliches Maximum ist und ich nicht gerne mehr unterrichte. Ich gebe beim Unterrichten einfach so viel und liebe es. Aber irgendwann ist der Zenit erreicht und dann fühlt es sich für mich nicht mehr gut an. Die Folge ist, dass ich mich danach müde und ausgelaugt fühle und das Gefühl habe meinen Yogis nicht die Qualität bieten zu können, wie ich es gerne würde. Ich glaube jeder hat ein anderes Maximum und das muss man erst rausfinden. Man sollte als Lehrer immer motiviert, inspiriert und voller Freude in die Stunde gehen. Nie genug von Yoga haben. Wenn das nicht mehr der Fall ist, sollte man sich fragen, ob man nicht vielleicht zu viel gibt und zu wenig für sich selbst tut.

Was war dein schönster Yogalehrermoment?

Tatsächlich fällt mir nicht dieser EINE Moment ein. Die vielen strahlenden Augen kommen mir als erstes in den Sinn. Die schönsten Momente sind immer die gewesen, wo mir bewusst wurde, dass ich gerade etwas in den Yogis bewegt habe. Das waren ganz unterschiedliche Sachen – von einer lange benötigten Auszeit, bis hin zur Sinnsuche, die die Yogapraxis bei ihnen ausgelöst hat. Die Momente, in denen sich meine Yogis mit ihrem Inneren verbunden haben und mir das gezeigt haben – durch Tränen, Lachen, Worte, Umarmungen….

Kann man davon leben oder braucht man ein zweites Standbein?

Ich würde sagen, das kommt ganz drauf an. Was sind deine Ziele? Wo möchtest du hin? Wenn man es sich als Ziel setzt hauptberuflich Yogalehrer zu sein, dann kann man nach einiger Zeit sicher auch davon leben. Man muss sich nur darüber bewusst sein, dass es schon einiges an Disziplin und Durchhaltevermögen braucht und eben auch manchmal ein bisschen dauern kann. Die Frage ist auch, welche Art Yogalehrer möchte man sein? Möchte man ein Studio eröffnen, Retreats veranstalten oder „nur“ Yoga unterrichten. Die Möglichkeiten sind so groß. Es ist jedenfalls ein Beruf, den man sowohl neben als auch hauptberuflich machen kann, kommt eben ganz darauf an, was man möchte.

Wie oft kommst du dazu deine eigene Praxis zu vertiefen?

Für mich bedeutet meine Praxis nicht nur Asanapraxis. Meine Praxis besteht, abgesehen vom körperlichen Part, aus dem integrieren des Yogawegs in mein Leben, aus Meditation und Pranayama. Deshalb praktiziere ich Yoga auch täglich, in dem ich an mir arbeite und versuche die philosophischen Prinzipien auf meine Art und Weise zu leben. Asanapraxis hat mal mehr, mal weniger einen starken Stellenwert in meinem Leben, deshalb kann ich das nicht pauschal beantworten.

Yogalehrer Beruf

Denkst du, dass Online Yoga uns auch in Zukunft begleiten wird? Oder wieder back to normal?

Ich befürchte, dass uns Corona noch eine Zeit lang beschäftigen wird und zumindest so lange wird auch Online Yoga ein Teil unseres Lebens sein. Und wer weiß, vielleicht sogar darüber hinaus. Denn auch wenn es normale Yogastunden nie ersetzen wird, hat es auch Vorteile. Man kann mit Yogalehrern, die wo anders leben praktizieren. Man kann nach einem vollen Tag, an dem es sich nicht ausgehen würde ins Studio zu fahren einfach zu Hause die Matte ausrollen und spart sich die Fahrtzeit. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich sehr dankbar bin durch Online Yoga meinen Beruf in der aktuellen Zeit ausüben zu können aber mich so, so, so sehr darauf freue, endlich wieder gemeinsam mit Menschen in einem Raum zu praktizieren. Die Atmosphäre in einem Studio ist ganz anders. Für mich als Lehrer kann ich viel besser einschätzen, wie mein Unterricht ankommt und kann mich an die Bedürfnisse der Yogis anpassen. Für die Yogis hat es den Vorteil, dass sie korrigiert werden und so das Verletzungsrisiko minimiert wird.

Wie hast du nach deiner Ausbildung weitergemacht?

Ich bin ins kalte Wasser gesprungen und habe begonnen zu unterrichten. Das würde ich auch jedem anderen raten. Natürlich ist man frisch nach der Ausbildung kein perfekter Lehrer, aber andererseits, wann ist man das denn? Wir lernen doch alle unser Leben lang… Es ist aber so wichtig, sich zu trauen und einfach zu machen. Nur wenn man tatsächlich unterrichtet lernt man es auch.

Ist man in einem Yogastudio immer angestellt?

Nein, es gibt die Möglichkeit auf Honorarnotenbasis also selbstständig zu arbeiten oder angestellt zu sein. Das kommt ganz darauf an, wie Studio und Lehrer das miteinander vereinbaren und wie die Zusammenarbeit im konkreten Fall aussieht.

Unterrichtet man hauptsächlich Yoga oder kommen auch noch andere Aufgaben dazu?

Das ist verschieden. Wenn man es sich zum Ziel macht, nur Yoga zu unterrichten und zB bei vielen Studios arbeitet, dann wird man hauptsächlich unterrichten. Wenn man sich aber dazu entschließt Retreats zu veranstalten, ein Studio zu eröffnen oder weltweit auf Events zu unterrichten, dann kommen noch jede Menge andere Aufgaben dazu. Und sogar, wenn man ersteres Ziel gewählt hat, werden die Anforderungen und To-Do’s immer höher und mehr. Social Media ist meiner Meinung nach ein Muss und für mich die moderne Visitenkarte für jeden Lehrer. Auch eine Webseite zu haben gehört einfach dazu. Das bedeutet bis zu einem gewissen Maß technische Aufgaben. Hinzu kommen, wenn man sich für die Selbstständigkeit entschließt jede Menge organisatorische Arbeiten, wie Buchhaltung und Co oder Kundensupport. Wenn man hingegen in einem Studio Vollzeit angestellt ist, hat man nicht viel mehr Aufgaben als unterrichten und die Arbeit, die im Studio noch dazu kommt.

Eure restlichen Fragen zum Beruf Yogalehrer beantworte ich am Donnerstag den 18.02.21 um 19.00 Uhr auf Instagram Live

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