Amazonas Puerto Narinio Dschungel

Amazonas – mein Besuch im größten Regenwald der Welt

Eigentlich wollte ich über den gesamten Kolumbienaufenthalt nur einen Beitrag verfassen, aber die

3 Tage im Amazonas

haben mich so überwältigt, dass ich ihnen einen eigenen widmen möchte.

Amazonas Puerto Narinio

Bereits der Anflug ließ mich sprachlos werden. Ungefähr eine halbe Stunde flogen wir über nichts als Regenwald, der zwischendurch vom sich sanft dahin schlängelnden Amazonas unterbrochen wurde. Die Ankunft am Flughafen von Leticia war nicht weniger spektakulär. Gangway oder Busse, die einen vom Flugzeug abholen – Fehlanzeige. In frühere Zeiten versetzt schlenderten wir zu Fuß vom Flugzeug zur „Ankunftshalle“, oder sollte ich es eher als Gepäckband unter einem Wellblechhüttenverschlag bezeichnen?

Amazonas

Nach einer Nacht in einem Hotel in Leticia ging es am nächsten Tag auch schon los. Mit Regenschutz, Gummistiefeln und Gepäck für eine Nacht bewaffnet, ging es zum Hafen, wo wir mit einem Boot zwei Stunden über den Amazonas zum Ausgangspunkt unserer Dschungelexpedition dem Dorf Puerto Narinio schipperten. Dort wurden wir von unserem Guide Pedro, einem Tarzan wie er im Buche steht und unserer Dolmetscherin Caro bereits erwartet.

Hatte ich mich am Flughafen bereits um Jahre zurückversetzt gefühlt, so fühlte ich mich jetzt als hätte mich jemand in ein Dorf in noch frühere Zeiten zurückgebeamt. Die meisten Bewohner der Stadt sind indigenen Ursprungs. Fahrzeuge sind, mit Ausnahme eines Traktors, nicht erlaubt. Die nächste Autobahn ist ungefähr 900km entfernt. Die einzige Möglichkeit zur Versorgung besteht über den Amazonas mit Motorbooten. Das Leben spielt sich auf der Straße ab. Überall stehen Frauen herum und unterhalten sich über das Tagesgeschehen. Man trifft sich auf einer großen Grünfläche, die zum Sport und für Veranstaltungen dient. Ich hätte gut und gern den ganzen Tag damit verbringen können durch das Dorf zu spazieren und das Leben der Bewohner zu beobachte, doch die Dschungelexpedition rief.

Amazonas Puerto Narinio

Into the wild

Wir starteten unsere Tour mit einer Wanderung durch den umliegenden Dschungel. Für die Einheimischen muss das so sein, wie man in Österreich in den Wald hinter den Garten des Hauses geht, um ein paar Schwammerl zu suchen. Doch für uns weit gereiste Städter war es bereits Mogli-Experience pur. Pedro zeigte uns heimische Früchte und erklärte uns den Wald während wir uns hinter ihm staunend durchs Dschungel-Dickicht schlugen. Bei einem Sanctuary der Dorfbewohner endete die erste Tour. Wir bestaunten Kaimane und den mittlerweile durch Überfischung gefährdeten Amazonas Fisch Pirarucu, der sowohl durch Kiemen unter Wasser als auch durch seine als Lunge veränderte Schwimmblase über Wasser atmen kann.

Das Highlight waren zwei kleine halbwilde Affen, die aus dem Nichts auftauchten und von denen einer es sich auf meinem Schoß, wie eine Katze gemütlich machte. Halbwild deshalb, weil sie per Hand als Waisen aufgezogen wurden aber mittlerweile wieder frei im Dschungel leben und nur kommen, wenn sie es für richtig halten. Der Hintergrund dazu ist leider weniger schön. Die Bewohner des Amazonas essen so gut wie alles, was ihnen unter die Finger kommt, so auch Affen. Wenn die Affen, die sie zum Essen töten gerade Babys haben, werden diese mitgenommen und in den Dörfern als Haustiere großgezogen, bis sie wieder in den Wald ausgelassen werden. In Anbetracht dieses Hintergrundes hätte ich gerne auf das Kuscheln verzichtet. Aber die  alteingesessene Lebensweise der Bewohner muss man als fremder Gast wohl akzeptieren, auch wenn man sie nicht versteht.

Amazonas Puerto Narinio Affe

Nach der Dschungelexpedition ging es hinein in ein kleines Boot und rauf auf den Amazonas bzw. seine Seitenarme. Wir entdeckten sowohl den grauen als auch den rosaroten Amazonas Flussdelfin (ein Check mehr auf meiner Bucket List), sahen eine Affenfamilie durch die Bäume am Flussrand springen und erspähten in den Baumkronen hängende Faultiere. Die Flussfahrt endete mit einem spektakulären Sonnenuntergang, der den Himmel in die herrlichsten pink Schattierungen tauchte und mit denen auf Bali problemlos mithalten konnte.

Amazonas Sonnenuntergang

Die Nacht verbrachten wir nicht in Puerto Narinio sondern in einem noch abgelegeneren Dorf, mit nur 46 Einwohnern. Strom gab es nur zwischen 6 und 10 Uhr abends mittels eines ohrenbetäubend lauten Generators. Der wurde ausgenutzt, um noch ohrenbetäubendere Musik zu spielen. Dschungelruhe und Idylle Fehlanzeige. Unser Schlafplatz war eine kleine Holzhütte mit einfachen Betten und Moskitonetzen. Fließendes Wasser gab es nicht. Ein paar Tage zuvor war in der Hütte eine Tarantel gewesen. Kurz spielte ich mit dem Gedanken wieder umzudrehen und die Nacht im dagegen als Metropole erscheinenden Puerto Narinio zu verbringen. Ich verfluchte mich dafür immer solche Arten von Reisen auszusuchen.

Venture outward your comefort zone. The rewards are worth it.—

Dann fiel mir wieder ein, dass es in der Komfortzone nichts außer bequem ist und ich entschloss mich dazu mich nicht so zimperlich anzustellen. Hatte ich im Dschungel von Sumatra ja auch nicht. Denn noch weniger als hier zu schlafen, wollte ich mit dem Boot in der Nacht eine halbe Stunde ins andere Dorf über den Amazonas zurückfahren. In diesem Moment wurde uns verkündet, dass eine Nachtsafari im Schiff über den Amazonas anstand. Na gut, wer einmal über seinen Schatten springen kann, schafft es auch zwei Mal und schon befand ich mich mit Stirnlampe bewaffnet wieder in einem Boot am Amazonas umhüllt von nichts als Dunkelheit.

Amazonas Dorf

Geplant war es Kaimane und Schlangen zu entdecken. Beides haben wir zum Glück nicht gesehen. Dafür eine Ratte am Baum und entzückende kleine grüne Frösche, die ihr schönstes Quackkonzert von sich gaben. Nach 10 Minuten empfand ich die Dunkelheit auch gar nicht mehr als beängstigend, sondern als schützende Hülle, die mich umgab. Und wer kann schon von sich behaupten in der Nacht mit einem Schiff auf dem Amazonas gewesen zu sein?

Todmüde von den Anstrengungen und Eindrücken des Tages schlief ich nach dem Absuchen des Zimmers auf Taranteln, das zum Glück ohne Fund ausfiel, vor Erschöpfung trotz Generatorenlärmes ein und überraschenderweise die ganze Nacht sehr gut.

Am nächsten Tag besuchten wir nach einem Frühstück ein indigenes Dorf in und den Dschungel von Peru. Wir bestaunten gigantische Bäume, schlugen uns abermals durchs Dickicht und entdeckten die giftigste Schlange des Amazonas die Terciopelo-Lanzenotter. Leider hinterließ diese Entdeckung einen schalen Beigeschmack. Denn die Einheimischen töteten die Schlange. Ebenfalls eine Vorgehensweise, die für mich nicht nachvollziehbar war, da die Schlange friedlich in einer Baumhöhle schlummerte und sicher 20 Minuten Fußweg vom Dorf entfernt war. Die Einheimischen sehen aber jegliche Giftschlange als Bedrohung und leben nach dem Motto. „je weniger  davon desto besser“.

And then I realized adventures are the best way to learn.

Nach dem Besuch in Peru war unsere Amazonas-Dschungel-Expedition auch schon vorbei und wir um 1.000 Eindrücke und Erfahrungen reicher. Ich kann nur schwer in Worte fassen, wie es sich anfühlt so einen Ort tatsächlich mit eigenen Augen und nicht nur aus einer Dokumentation gesehen zu haben. Es fühlt sich so an als wäre man plötzlich Teil dieser Doku, lässt einen sprachlos und ganz klein werden. In den 2 Tagen haben wir nur einen minimalen Einblick in das Leben dort bekommen. Ich weiß aber, dass ich jedenfalls zurückkommen möchte, um noch mehr dieser unwirklich scheinenden Welt, so fern von der wie wir sie kennen, zu entdecken.

 

4 Comments

    • Jeder will im Moment hin oder plant hinzufahren. So lustig. Aber es ist echt megaaaa du wirst es lieben. Im Sommer hab ich „leider“ keine Zeit wegen Yoga :) Aber komm du wieder zum Yoga <3
      Alles Liebe
      Julia

      • Kennst wen der/die auch allein unterwegs sein wird in Colombia?!
        JAAAA, ich will eh voll!!!!!! Am SA flieg ich schnell nach Spanien, dann versuch ichs wirklich… ich bin dir dank Blog aber ur nah :)))
        besos!

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