7 Tage plastikfrei

7 Tage Plastikfrei der Selbstversuch

Seitdem ich mich verstärkt begonnen habe mich mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ auseinanderzusetzen, stoßt mir eine Sache besonders sauer auf – der Plastikmüll mit dem wir unsere Welt zerstören. In Bali musste im Jänner 2018 der Notstand ausgerufen werden, weil ganze Strände mit Plastik überfüllt waren. Plastik wurde bereits in Nahrung nachgewiesen, die wir zu uns nehmen. Plastik ist für uns Menschen gesundheitsschädlich und krebserregend. Tiere gehen elendiglich daran zu Grunde. Wenn wir nicht bald etwas tun, schwimmt 2050 mehr Plastik im Meer als Fische…..

Aber Plastik ist überall! Beim Zähneputzen, beim Einkaufen, im Büro, in unser Kosmetik. Wir sind permanent davon umgeben. Weltweit werden 240 Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr erzeugt und wir produzieren durchschnittlich 17,37kg Plastikmüll pro Person.

Da mich diese Tatsache mehr als nur frustriert und ich nicht mehr dabei zusehen konnte, wie mein Plastikmülleimer zu Hause von Tag zu Tag voller wird, beschloss ich einen Selbstversuch zu wagen und 15 Tage plastikfrei zu leben bzw. Plastik so gut es geht zu vermeiden. Warum daraus am Ende nur 7 Tage wurden, verrate ich dir noch….

7 Tage Plastikfrei der Selbstversuch

7 Tage plastikfrei

Tag 1

Es ist mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub und ein Einkauf steht am Programm. Zum Glück muss ich nicht zu viel besorgen, da noch einiges zu Hause ist, das verbraucht gehört. Ich versuche mein Essen vorzuplanen und dem Biosupermarkt Denn’s einen Besuch abzustatten. Im Biosupermarkt, sollte man doch so viel wie möglich ohne Plastik bekommen. Das dachte ich mir zumindest…Zwar gibt es weit mehr unverpacktes Gemüse als in meinem Standard-Supermarkt aber noch immer die Möglichkeit sein Gemüse selbst in Einwegplastiktüten zu verpacken. Das versteh ich nicht lieber Denn. Nicht so bio….Einen Teil meines Einkaufs kann ich erledigen. Einen Teil gibt es nicht ohne Plastikverpackung. Der muss also warten. Bis auf eine Packung Soba Nudeln, die ich trotzdem mitnehme, da ich nicht davon ausging, dass der verpackungsfreie Laden, dem ich an Tag 3 einen Besuch abstatten werde, Soba Nudeln im Sortiment hat.

Tag 2

Es steht kein Einkauf am Programm. Glück gehabt. In der Arbeit verwende ich den letzten Rest einer Packung Milch und werfe sie in den Müll. Zählt das auch oder nicht? Muss ich auch in die Arbeit meine eigene Milch in Glasflaschen mitnehmen? Ich bin überfordert. Ach ja das Häufchen meines Hundes muss ich auch in Säckchen aus dem Park entsorgen. Mable ist Schuld! Mal wieder!

Tag 3

Zu Mittag gehe ich in den normalen Supermarkt und kaufe alles auf meiner Liste, das ich unverpackt bzw. in anderen Verpackungen als in Plastik finde. Beim Gemüse hab ich die Wahl zwischen spanischen unverpackten Tomaten und Tomaten in Plastik verpackt aus Österreich. Ich bin nicht sicher, was das geringere Übel ist und greife aufgrund der Challenge zu den spanischen. Natürlich bekomme ich nicht alles, deshalb steht am Nachmittag ein Besuch bei Lunzers Maß-Greißlerei an. Auch dort bekomme ich leider nicht alles. Sowohl auf Sauerrahm als auch auf frische Kräuter muss ich verzichten. Außerdem schlägt der Einkauf mit € 46,00 ganz schön aufs Börserl. Für ca. 170g Käse zahle ich über € 7,00 für nicht ganz 200g Walnüße und Haselnüße jeweils ca. € 5,00. Mir ist schon klar, dass es in solchen Läden teuer ist als im Supermarkt und das ist auch ok. Aber das könnte ich mir auf Dauer trotzdem nicht leisten.

Tag 4

Ich hab alle Einkäufe fürs Wochenende erledigt. Deshalb zum Glück kein Plastikproblem heute. Außer natürlich mit Mables Gackisackerl. Wieder ihre Schuld!

Tag 5 und Tag 6

Es ist Wochenende. Alle Einkäufe sind erledigt. Ich mache meine Mandelmilch das erste Mal selbst, weil ich keine verpackten kaufen konnte. Sie schmeckt nicht nur besser, auch die Herstellung macht Spaß. Nachdem ich so gut wie das ganze Wochenende arbeitend zu Hause verbringe, besteht keine Gefahr mit neuem Plastik in Kontakt zu kommen. Außer, guess what, die Gackisackerl meines Hundes. Sonntagabend gehen wir essen. Beim Essen produziere ich zwar keinen Müll, aber ich bin mir sicher, dass so einiges auf meinem Teller davor in Plastik verpackt war. Hab ich jetzt versagt?

Tag 7

Ein Besuch in der Warenhandlung im 3. Bezirk steht an. Ich kaufe Sauerrahm im Glas (endlich) und Balsamico. Die Anreise ist mühsam. Der 3. Bezirk liegt halt so gar nicht auf meinen sonstigen Wegen. In das Geschäft bin ich trotzdem sofort schockverliebt. Nicht nur, dass die Besitzerinnen reizend sind, es ist auch wirklich hübsch und lädt zum Einkaufen ein. Es gibt nicht nur Essen, sondern auch hübschen Kram (meine Schwäche), eine Bäckerei und ein kleines angrenzendes Café. Die Auswahl erscheint mir auch ein wenig größer als in Lunzers Maß-Greißlerei.

Warum aus 15 Tagen 7 wurden

Wie gesagt waren ursprünglich 15 Tage geplant. Schon an Tag zwei musste ich mir allerdings eingestehen, dass das nichts wird. Aus mehreren Gründen:

  • Zeitmangel – ich arbeite Vollzeit, nebenberuflich selbstständig, habe einen Hund, einen Freund und einen Haushalt. 24 Stunden Tage sind mir normalerweise schon zu kurz. Leider habe ich nicht die notwendige Zeit immer in verpackungsfreie Läden zu fahren, die immer mit einem enormen Umweg verbunden sind.
  • Geldgründe – klar ist es in diesen Läden teurer als in normalen Supermärkten und das ist auch vollkommen legitim. Aber weder kann, noch will ich regelmäßig 7 EUR für ein kleines Stück Käse ausgeben.
  • Mangel an Vielfalt – gewisse Lebensmittel würden beim plastikfrei Einkaufen einfach wegfallen, da es sie nicht ohne Plastik gibt, zumindest hab ich sie noch nicht gefunden (z.B. Soba Nudeln)
  • Bequemlichkeit – ich plane nicht gerne 1 Woche im Voraus mein Essen. Das wäre aber notwendig, wenn ich in verpackungsfreien Läden einkaufe, da ich nicht jeden Tag die Zeit hätte hin zu fahren. Außerdem müsste ich dann, mangels Auto, den Einkauf für eine ganze Woche durch die halbe Stadt schleppen.

Ich möchte hier wirklich total ehrlich sein. Manche Gründe mögen vielleicht nicht nachvollziehbar sein. Aber in Summe macht es schon so einiges aus. Wenn es z.B. nur an Bequemlichkeit und der Vielfalt liegen würde, würde ich es trotzdem machen. Denn das sind wahrhaftig lächerliche Gründe, dessen bin ich mir schon bewusst. Aber wenn es ein Loch in die Geldtasche reißt und die Zeit einfach nicht vorhanden ist, ist das schon wieder etwas anderes.

7 Tage plastikfrei

Fazit meines Experiments

Ich wusste schon davor, dass es nicht einfach wird. Nicht umsonst sage ich gerne: „It’s a plastic world!“ Aber, dass es so schwer sein wird, hätte ich mir nicht gedacht. Es ist sehr ernüchternd, dass es in einem fortgeschrittenen Land wie Österreich so schwierig ist, wenn sogar andere Länder es schaffen z.B. Plastiksackerl zu verbieten. Es ist ebenfalls sehr ernüchternd, dass es den meisten Menschen so egal zu sein scheint, sie einen Apfel in ein Plastiksackerl packen und literweise Einwegflaschen konsumieren. Es ist noch ernüchternder, dass Umweltprobleme wie Plastik nach wie vor stiefmütterlich behandelt werden, obwohl sie präsenter denn je sind und mit jedem Tag mehr zur Bedrohung für uns selbst werden.

Wie soll es bei mir weiter gehen

Komplett plastikfrei wird es leider nicht gehen. Aber ich werde noch stärker als bisher auf meinen Konsum achten, ab und zu Einkäufe in verpackungsfreien Läden machen, wenn ich bei Verpackungen die Wahl habe jedes andere Material Plastik vorziehen und unverpacktes Gemüse und Obst kaufen. Ich werde auch in meinem Badezimmer weiterhin nach und nach Plastik reduzieren (kompostierbare Wattestäbchen, waschbare Wattepads, Seifen und feste Produkte statt Shampoo und Haarmasken in Tuben etc.). Plastikflaschen und Plastiksackerl verweigere ich sowieso schon und werde es auch in Zukunft tun. Konsum reduzieren, bewusst konsumieren und Plastik wo es geht vermeiden – das ist das Ziel.

7 Tage plastikfrei

7 Tage plastikfrei

7 Tage plastikfrei

Die Fotos zeigen Aufnahmen der beiden Greisslereien.

4 Comments

  • …Bei dm bekommt man auch schon Zahnbürsten aus Bambus… Und wenn möglich beziehe ich Kosmetik am liebsten aus Glasbehältnissen. Also es tut sich was im Denken der Hersteller und Konsumenten…und das ist der Schritt in die richtige Richtung. Hat auf jedenfall Spass gemacht,dein Selbstversuch zu lesen.

    GRÜSSE
    Stephanie

    • Liebe Stephanie, danke für dein Kommentar. Ja du hast recht, es tut sich wirklich was, nur hab ich das Gefühl, dass es zu wenig ist und nur ein Tropfen am heißen Stein. Aber ja Babysteps sind besser als gar keine <3 Alles Liebe Julia

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