Sind wir mal ehrlich – jeder von uns hat wohl eine wilde Seite. Beim einen ist sie stärker und beim anderen weniger ausgeprägt. In manchen Phasen des Lebens lebt man sie intensiver, in anderen tritt sie hingegen beinahe vollkommen in den Hintergrund. Mal unterdrückt man sie, mal lebt man sie in all ihren Zügen aus.
Ich hatte in meiner Jugend – das klingt so als wäre ich steinalt – meine wilden Zeiten. Heute ziehe ich die Couch einer durchtanzten Nacht aber meistens vor. Mag auch daran liegen, dass ich früher einen halben Tag zur Erholung und heute schon zwei ganze brauche. Ab und zu juckt es mich aber doch und ich komme erst zum Morgengrauen nach Hause. So letztens – eigentlich wollte ich nicht ausgehen. Viel zu viel stand auf meiner To Do Liste für den nächsten Tag. Wie es aber häufig so ist, geschehen die lustigsten Abende unerwartet. Trotzdem hab ich ständig auf meine Uhr geschielt und wollte eigentlich nach Hause gehen. Meine wilde Seite war an diesem Abend stärker und hat mich im Club gehalten. Dadurch, dass ich meine Liste aber den ganzen Abend im Kopf hatte, konnte ich mich nicht so richtig entspannen. Am nächsten Tag dachte ich mir, warum eigentlich? Gönn dir das doch einfach ab und zu. Erlaub dir selbst wild zu sein und wenn dir danach ist, wie man so schön sagt, die Sau rauszulassen. Du bist die ganze Zeit so pflichtbewusst und diszipliniert, da ist es vollkommen okay mal eine Nacht durchzumachen und sich am nächsten Tag dem Hangover hinzugeben.
Geht es euch auch ab und zu so? Habt ihr ein schlechtes Gewissen, wenn ihr mal feiern geht, weil ihr einfach so viel zu tun habt? Ich möchte so ein blödes schlechtes Gewissen nicht mehr haben und werde mir in Zukunft einfach ab und zu gönnen, wild zu sein. Vielleicht sollte ich es auch auf meine To Do Liste schreiben, dann fällt es leichter.