Lombok Kuta Surfen

Warum das Surfen und ich unter keinem guten Stern stehen

Nach 2,5 Monaten Indonesien komm ich als Profisurfer nach Hause. Welcher Ort wäre besser geeignet, um Surfen zu lernen als Bali? Hier kommen schließlich Profis von der ganzen Welt her, um nach der perfekten Welle zu suchen. Die Realität hat meinen Träumen aber einen ganz schönen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin froh, wenn ich es auf dem Beginnerboard ohne Hilfe schaffe, die richtige Welle auszuwählen und zu reiten. Aber dafür kann ich gar nichts. Das Surfen und ich stehen einfach unter keinem guten Stern. Das rede ich mir zumindest ein.
Spätestens seitdem ich als Teenager Blue Crush gesehen hab, wollte ich surfen lernen. Ich hatte nur bis dato leider noch nie die Gelegenheit dazu. Als Wasser- Sommer- und Sonnenkind sollte das mein Sport werden. Bereits an einem meiner ersten Tage in Canggu, das ich für ein Monat mein zu Hause nennen durfte, nahm ich eine Surfstunde. Wie ich da mit meinem neu gekauften Surfshirt, vom Meer verklebten Haaren und dem Surfboard in der Hand am Strand stand und auf die Wellen blickte, bin ich mir schon vorgekommen als würde ich ewig surfen. Nur blöd, dass man aus 20m Entfernung sehen konnte, dass ich ein Beginnerbrett in der Hand hatte. Egal, diese Tatsache hab ich einfach mal beiseite geschoben.

Bereits bei meiner ersten Surfeinheit musste ich allerdings feststellen, dass Surfen sicher keine Sportart ist, die man in so kurzer Zeit perfektionieren kann. Im Gegenteil, es ist so ziemlich die schwierigste Sportart, die ich je versucht habe. Dank meiner nicht vorhandenen Oberkörpermuskulatur musste ich bald feststellen, dass mir für das Paddeln einfach die Kraft fehlt und ich nach einer Stunde mit meiner Power am Ende bin. Von der richtigen Aufstehtechnik und davon wie schwer es ist die Welle nicht nur geradeaus zu reiten, will ich gar nicht reden. Hinzu kommt noch, dass man das Meer und die Wellen einmal verstehen muss und dahinter eine ganze Wissenschaft steht. Aber nichts desto trotz schaffte ich es bereits in der ersten Einheit ein paar Wellen zu reiten. Das Gefühl, das ich hatte, als ich meine erste Welle am Brett stand, war mehr als unbeschreiblich.

Jetzt will ich euch aber erzählen, warum das Surfen und ich einfach unter keinem guten Stern stehen. Der Grund warum ich mir Canggu für mein YTT ausgesucht hab, war dass es am Meer liegt und ich jeden Tag surfen gehen kann. Bereits in der ersten Woche und nach nur zwei Surfeinheiten hab ich mir meinen Fuß am Auspuff eines Mopeds aber derartig verletzt, dass ich erstmal für zwei Wochen nicht einmal in die Nähe des Meers kommen durfte. Insgesamt hab ich es in Canggu daher leider nur auf vier Surfstunden gebracht.

Der nächste Plan war eine Woche nach Nusa Lembongan zu fahren, um dort endlich an meinen Surfkünsten feilen zu können. Nach meiner ersten Surfstunde bin ich allerdings mit dem Moped am Sand weggerutscht und hab mir eine nette Schürfwunde und eine Prellung am Bein zugezogen. Vielleicht sollte ich das Mopedfahren auch einfach lassen. Davon wollte ich mich allerdings nicht abhalten lassen und bin trotzdem am nächsten Tag zu meiner Surfstunde. Es ging auch einigermaßen, bis mich eine Welle zu Fall brachte und mir das Surfbrett so auf den geprellten Fuß geknallt ist, dass ich Sterne gesehen hab. Danach hab ich mich dazu entschieden, es wohl doch besser wieder bleiben zu lassen.

Insgesamt hab ich es verletzungsbedingt daher nicht auf mehr als maximal sieben Surfstunden gebracht. Trotzdem hab ich mich ins Surfen verliebt. Sobald ich passende Wellen sehe, bekomm ich ein Kribbeln im Körper und will ins Wasser. Mittlerweile schaff ich es sogar, ohne Hilfe eine passende Welle auszusuchen, sie mit eigener Kraft anzupaddeln und ohne angeschubst zu werden, zu reiten. Oder sagen wir, ich schaffe zumindest eine von fünf Wellen. Nach einer Stunde bin ich noch immer vollkommen k.o. und am nächsten Tag, hab ich Muskelkater in den Armen und im Rücken. Regelmäßig schürfe ich mir an den Korallen die Beine auf, wenn ich doch wiedermal wie in einer Waschmaschine durchgespült werde. Aber das alles macht nichts, denn Surfen macht mir einfach riesigen Spaß und ich kann es nicht erwarten, das nächste Mal am Brett zu stehen.

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