Bohol

Ich bin dann mal zertifizierter PADI Open Water Taucher

Wann habt ihr das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Ich in El Nido auf Palawan, ich hab endlich meinen PADI Open Water Tauchschein gemacht.


Das Meer ist mein happy place. Ich kann Stunden damit verbringen am Strand zu sitzen und einfach nur aufs Meer zu starren. Ich liebe den Geruch und das Gefühl von Salz auf meiner Haut, nach einem langen Strandtag. Noch lieber bin ich aber im Wasser. Jeden Urlaub wo die Unterwasserwelt etwas hergab, verbrachte ich Stunden lang mit dem Kopf unter Wasser, um zu forschen. Ich liebe die Ruhe und die Stille im Wasser und das Gefühl in einer komplett anderen Welt zu Gast zu sein.

Ich wollte schon lange einen Tauchkurs machen, hatte bis jetzt aber noch nie wirklich die Gelegenheit dazu. Bei meinem Aufenthalt in El Nido hat sich das endlich geändert.

Meine Wahl fiel auf das Submariner Diving Center. Es ist unter den Top 3 auf Trip Advisor und ein 5 Star Padi Dive Resort. Auch wenn die guten Tauchschulen etwas teurer sind, war es mir wichtig, eine der besten auszuwählen. Gerade bei einer Sportart, die mitunter auch mal gefährlich werden kann, finde ich es super wichtig eine Ausbildung mit hohen Qualitätsstandards zu machen. Die Kosten für den Open Water Course beliefen sich auf 21.000,00 Pessos.

Der Kurs selbst dauert 2,5 Tage. Die Theorie muss man sich bereits vorab entweder durch Videos oder durch das Lesen eines Buchs aneignen. Ich muss zugeben, dass ich das Lernen nicht sehr ernst genommen habe. Das war aber nicht weiter schlimm, da unsere super nette und kompetente Tauchlehrerin alles etliche Male wiederholt hat, bis es auch wirklich in unseren Köpfen war.

Am Abend des ersten Tages trafen wir uns zum Kennenlernen und Theorie pauken. Mit mir machten noch drei andere Mädels den Kurs. Die Ausrüstung wurde probiert und erklärt. Ich war zunächst von den vielen Geräten, Schläuchen etc. etwas eingeschüchtert. Tank, BCD, Regulator, Emergency-Regulator……Hä?? Was sollte ich mit dem ganzen Zeug? Alles etwas viel auf einmal.

Am nächsten Tag war um 7.30 Treffpunkt. Rauf aufs Boot und los ging es zu unserem ersten Tauchspot. Der Tauchkurs besteht insgesamt aus 6 Tauchgängen. Am ersten Tag gibt es einen Confined Dive, bei dem Skills gelehrt werden und zwei Open Water Dives und am nächsten Tag das selbe nochmal. Bei Tauchschulen mit Pools finden die Confined Dives dort statt. Meine Tauchschule hatte allerdings keinen Pool, deshalb führte uns gleich der erste Confined Dive ins ca. 3 Meter tiefe Wasser im Meer.

Als ich das erste Mal die Tauchrüstung an hatte, war ich etwas nervös und fühlte mich wie in einer Zwangsjacke. Ich wusste noch immer nicht genau, was ich mit den vielen Teilen, die da an mir herum baumelten, machen sollte. Ich hatte aber keine Zeit nachzudenken und nach einem Briefing, in dem uns mitgeteilt wurde, welche Skills wir unter Wasser üben, hieß es auch schon „Giant Step Entry“ und ab ins Wasser. Beim Giant Step Entry springt man direkt vom Boot ins Wasser, was super viel Spaß macht. Im Wasser angekommen muss man erstmal seinen BCD vollständig aufblasen, damit man ohne jegliche Anstrengung auf der Wasserfläche treiben kann. Das Gefühl der Zwangsjacke hat sich im Wasser Gott sei Dank verflüchtigt und ich konnte es kaum mehr erwarten nach unten zu gehen und das erste Mal in meinem Leben zu tauchen.

Als endlich alle im Wasser waren, hieß es auch schon 5 Points Descend und runter ging es. Am Anfang war es ein sehr eigenartiges Gefühl, durch den Mund zu atmen und auf den Knien am Meeresgrund zu sitzen. Ich hatte aber keine Zeit mir zu überlegen, ob ich dieses eigenartige Gefühl nun gut oder schlecht finde, denn schon ging es mit dem Üben der einzelnen Skills los.

In den beiden Tagen haben wir etliche Skills geübt: was ist zu tun, wenn einem die Luft ausgeht, was wenn man die Taucherbrille verliert oder Wasser in die Brille kommt, wie bewegt man sich schwerelos im Wasser und und und.

Das Üben hat wirklich Spaß gemacht und ich hab auch eigentlich alles, mit einer Ausnahme toll hinbekommen. Als ich die Taucherbrille von den Augen genommen, dann wieder aufgesetzt und das Wasser nicht sofort wieder raus bekommen habe, hatte ich kurz Panik. Meine Tauchlehrerin hat mich aber beruhigt und ich hab auch diese Situation am Ende toll gemeistert.

An diesem Tag gab es noch zwei Open Water Dives. Die maximale Tiefe waren 10 Meter. Gesehen hab ich nicht viel, da ich so auf mich konzentriert und mit meinem Atmen und der Kontrolle des Auftriebes beschäftigt war, dass ich keine Zeit hatte mir die Unterwasserwelt anzuschauen.

Nach einer Nacht in der ich geschlafen habe wie ein Stein, ging es am zweiten Tag auch schon weiter. Die Ausrüstung war nicht mehr unbekannt. Voller Selbstvertrauen legte ich sie mir allein an und checkte mich mit meinem Buddy gegen. Mittlerweile wusste ich auch, wofür die einzelnen Bestandteile waren, die an mir herum baumelten. Ist auch besser, wenn man erstmal tiefer unter Wasser ist.

Bei den drei Tauchgängen am zweiten Tag fühlte ich mich bereits viel sicherer. Unfassbar wie schnell, man Tauchen lernt, obwohl es einem am Anfang echt schwierig vorkommt. Ich machte mir einen Spaß daraus nur mittels meiner Atmung zu steuern, ob ich hinauf oder hinunter wollte und konnte die Fische um mich bereits viel besser wahrnehmen.

Etwas Bammel hatte ich vor der Tiefe von 18m, die wir bei unserem zweiten Tauchgang am nächsten Tag erreichen wollten. Abgesehen davon, dass es kälter und dunkler war, war es aber gleich wie auf 10m Tiefe und die Ängste vollkommen unbegründet.

Ich hab wahnsinnig tolle Fische gesehen, darunter etliche Nemos, einen Stachelrochen und eine gigantische Schildkröte, die größer war als ich. Ein unfassbares Erlebnis, das sich kaum in Worte fassen lässt.

Ich habe im Tauchen jedenfalls ein neues Hobby entdeckt, das ich vertiefen möchte. In Indonesien ruft schon der Advanced Course nach mir. Wie erwartet gefällt es mir irrsinnig gut, die Unterwasserwelt zu erkunden und die Lebewesen dort zu erforschen. Außerdem ist es ein unbeschreiblich tolles Gefühl, schwerelos im Wasser zu treiben.

Habt ihr Erfahrungen mit dem Tauchen? Wie war euer Open Water Course? Steckt auch ein kleiner Forscher in euch?

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