Verantwortung als Yogalehrer

Gueststory: Verantwortung als Yogalehrer: Wie weit geht sie?

Heutzutage ist es nicht schwer Yogalehrer zu werden aber wie sieht es mit der Verantwortung als Yogalehrer aus? Denn egal wie lange du Yoga praktiziert hast, oder was du während des Teacher Trainings lernst: Du zahlst für ein weltweit anerkanntes Zertifikat und erhältst es zum Ende auch.

Verantwortung als Yogalehrer

Was daraus resultiert? Leider häufig auch viele Yogalehrer, die nicht wissen was sie tun.

Irgendwo zwischen Spiritualität und Wissenschaft ist Yoga zu einem sexy Trend geworden mit der Option das Teacher Training „zwischendurch“ abzuhaken.

Weniger als vier Wochen für Anatomie, Philosophie, Adjustment, Alignment, Yoga Hilfsmittel, Atemtechniken, Meditation und Lehrtechniken? Ich selbst habe mein Yoga Teacher Training im Oktober 2016 auf Bali in 200 Stunden absolviert und kann dir versichern: Es ist nur ein Anfang einer spannenden Reise eines guten Yogalehrers.

Wenn du Vorwissen und praktische Erfahrung hast und dich nicht vor späteren Weiterbildungen scheust, kann das Teacher Training eine wertvolle Erfahrung sein. Ansonsten kann es für deine zukünftigen Schüler gefährlich werden. Nicht selten verbinden Menschen Yoga mit körperlichem Unwohlsein oder hoher Verletzungsgefahr.

Die Herausforderung Anfänger zu unterrichten

Das Lehren von Anfängern darf nicht unterschätzt werden, häufig ist es sogar schwerer als einen fortgeschritteneren Yogi zu unterrichten.

Anfänger brauchen einen sicheren Lehrer, der ihnen die korrekte Ausführung von Asanas beibringt. Der sie korrigiert, wenn sie ihren Körper gefährden. Der nicht an ihr Ego, sondern an eine gesunde Einstellung zu ihrem Körper appeliert. Der ihnen ein gutes Gefühl über ihren Körper gibt. Auf den Schüler vor der Klasse zugehen können und der sie individuell betreut. Der ihnen Optionen gibt, wenn ihr Körper ihnen nicht erlaubt das gewünschte Asana auszuführen.

Einem zünftigen Yogi Bewusstsein und Achtsamkeit in seiner persönlichen Yogapraxis zu vermitteln ist Aufgabe eines guten Lehrers. Erst so kann sich der Schüler ungefährdet fortgeschritteneren Techniken widmen.

Tipp: Als Yogalehrer weiterhin Anfängerklassen besuchen

Gerade als Lehrer ist es hilfreich Anfängerklassen zu besuchen. Um ehrlich zu sein lerne ich hier immernoch viel für meine eigene Yogapraxis dazu. Dinge, die ich in meiner Praxis automatisiert ausgeführt habe korrigiere ich und praktiziere ich bewusster, weil mir in einer Anfängerklasse mehr Raum und Zeit dazu bleibt.

Und dabei bleibt es nicht, denn ich besuche Anfängerklassen auch, um etwas für meine eigene Lehre zu lernen.

Was ich in vielen Anfängerklassen beobachtet habe hat mich nämlich häufig erschrocken. Fehlende Anweisungen für Optionen in Asanas, aber auch Ignoranz gegenüber Schülern, die sich auf ungesunde Art verbiegen und verdrehen. Unzählige Lehrer, die keine Atemanweisungen geben. Lehrer, die mit ihrer Flexibilität prahlen. Lehrer, die nach der Klasse nicht die Möglichkeit bieten mit Fragen auf sie zuzukommen. Lehrer, die nicht durch die Klasse gehen und korrigieren.

Übernehme Verantwortung als Yogalehrer

Gerade aufgrund der viel zu einfachen Zertifizierung zum Yogalehrer ist es wichtig, dass selbständig Verantwortung in der Yogalehre übernommen wird. Ausreichend Literatur und Weiterbildungen hierzu sind vorhanden. Wenn du keinen medizinischen Hintergrund hast ist es in den meisten Fällen auch notwendig. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wenn du kürzlich ein Yoga Teacher Training absolviert hast und bereits lehrst habe ich eine
Auflistung erstellt, die auch meinen Reminder für die Vorbereitung meiner Klassen darstellte.

  • Sei etwas früher da, um neue Schüler zu erkennen und sie nach körperlichen Beschwerden zu befragen
  • Biete deinen Schülern immer Optionen, insbesondere in anspruchsvollen Asanas
  • Stelle Hilfsmittel wie Blöcke und Gurte zur Verfügung
  • Wenn die Atmung unkontrolliert ist, entschleunige die Klasse
  • Laufe durch die Klasse, um individuell zu korrigieren
  • Priorisiere Körperbewusstsein vor Ego
  • Biete die Möglichkeit, nach der Klasse mit Fragen auf dich zuzukommen
  • Wenn du eine Frage nicht beantworten kannst sei ehrlich und informiere dich, um in der nächsten Klasse zuverlässig zu antworten
  • Gestalte deine Asana Auswahl und deine Sequenz anfängerfreundlich
  • Stelle sicher, dass du tiefe Rückbeugen oder Vorwärtsbeugen mit einem Counterasana
    neutralisierst

Und trotzdem: Du bist als Yogalehrer nur begrenzt verantwortlich. Zwar ist es unabdingbar, dass wir als Yogalehrer Verantwortung übernehmen müssen. Aber auch hier kommst du an deine Grenzen. Du kannst theoretisch dein Bestes geben, um den Schüler zu leiten, aber dieser ist letztendlich immer noch der Hauptverantwortliche und trifft seine Entscheidungen selbst.

Deine Jasmin von Beyond My Mat

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