Alleine Reisen

Alleine Reisen – Die drei Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden

„Waaaas alleine reisen?“

„Das stört deinen Freund nicht?“ oder „Was sagt denn dein Freund dazu?“

„Hast du keine Angst?“

Das sind die ersten drei Fragen, die man mir stellt, wenn ich erzähle, dass ich für 3,5 Monate alleine mit dem Rucksack durch Südostasien reise.

It’s better to look back in life and say: „I can’t believe I did that!“ than to look back and say: „I wish I did that.“

1)

Ja, alleine und das bewusst und gewollt. Seit ich denken kann, war ich in meinem Leben bis jetzt noch nie wirklich auf mich alleine gestellt. Immer war irgendwer da, der mir entweder was abgenommen hat oder mir zur Seite gestanden ist. Ich habe das Gefühl, an einem Punkt in meinem Leben angekommen zu sein, an dem ich etwas wirklich ganz alleine und für mich machen möchte und muss. Den Grund dafür kann ich eigentlich nicht wirklich nennen. Ich denke oder hoffe, dass ich durch diese Reise gefestigter und selbstbewusster werde. Ich hoffe, dass ich mein Dasein als Angsthase ablegen kann und mutiger werde. Ich hoffe, dass ich offener im Umgang mit fremden Menschen werde und neue Freundschaften mit Leuten aus der ganzen Welt schließe. Mein Freund bezeichnet es immer als Selbstfindungstrip. Vielleicht ist es das auch ein bisschen. Ich werde es euch wissen lassen.

It feels good to be lost in the right direction.

2)

Nein, es stört meinen Freund nicht und ja, er ermutigt mich sogar dazu zu gehen. Er weiß zum einen ganz genau, dass ich sehr stur und beharrlich bin, wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe und zum anderen, dass ich meinen Weg gehen und meine Erfahrungen machen muss, um mit ihm eine glückliche Beziehung oder überhaupt eine glückliche Beziehung führen zu können. Nicht dass wir unglücklich wären, ganz und gar nicht, das Gegenteil ist der Fall. Aber es ist nun Mal so, dass wenn er mich bitten würde, hier zu bleiben, ich bleiben würde. Das Aufgeben von Träumen für den Partner ist bekanntlich nie eine gute Sache und endet meistens in einem Meer von Vorwürfen und Emotionen, die sich innerlich anstauen. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass eine räumliche Trennung auf Zeit auch etwas Gutes für eine Beziehung sein kann.

As you travel solo, being totally responsible for yourself, it’s inevitable that you discover just how capable you are.

3)

Doch ich hab wahnsinnige Angst. Unmittelbar nachdem ich meinen Flug gebucht habe, wollte ich es wieder rückgängig machen. Was wenn ich keinen Anschluss finde und wirklich die ganze Zeit alleine bin? Was wenn ich meinen Freund und meinen Hund so sehr vermisse, dass ich die ganze Zeit heulen muss? Was wenn ich das Schlafen in Hostels unerträglich finde? Was wenn mir alles geklaut wird und ich ohne Geld und Kreditkarten dastehe? Was wenn ich die vielen schönen Momente alleine nicht genießen kann und mich einsam fühle? Und noch unzählige andere Gedanken schossen und schießen nach wie vor regelmäßig durch meinen Kopf. Mittlerweile hat die Vorfreude und Aufregung aber wieder Überhand gewonnen, wobei ich mir sicher bin, dass je näher der Abflug kommt, die Angst wieder größer werden wird. Aber wie heißt es so schön: „It if scares you, it might be a good thing to try.“ oder „Replace the fear oft he unknown, with curiousity.“ oder am Besten „Life begins at the end of your comfort zone.“

In diesem Sinne, ja alleine und das absichtlich, nein es stört meinen Freund nicht und ja ich habe Angst, aber es wird Zeit aus der Comfort Zone auszubrechen, mich meinen Ängsten zu stellen und das Leben zu entdecken

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade von Melanie von Good Morning World teil.
Reist ihr alleine? Was sind eure Erfahrungen zu dem Thema? Ich bin neugierig.

Alleine Reisen

2 Comments

  • Liebe Jules,

    ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und mir gefallen Stil und vor allem Du! :)
    Deine Worte sprühen vor Lebenslust und sprechen mir aus der Seele.
    Ich war mit 20, also vor 10 Jahren ein Jahr allein in Australien(/Tasmanien) unterwegs, abseits der Touri-Pfade, und es war die absolut beste Entscheidung und Erfahrung meines Lebens.
    Ich freue mich für dich! Genieße die Zeit und sauge alles auf! Und vor allem: Hab keine Angst, alleine zu reisen hat so viele Vorteile. Ich habe es in meinem Reise-Jahr so genossen alle Entscheidungen autark treffen zu können, an Plätzen zu verweilen oder weiterzuziehen wie es nur für mich gerade richtig war, auf die innere Stimme zu hören und mit ihr in Kontakt zu treten.
    Ich bin gespannt was du berichtest.

    Liebe Grüße aus Hamburg von Anabel
    (mein nächstes „Abenteuer“: im April werde ich für ein halbes Jahr Teil der http://www.sea-watch.org Crew sein)

    • Liebe Anabel.
      Danke für dein liebes Kommentar, bin total gerührt :)
      Wow mit 20 ist das wahrscheinlich noch ein Eck heftiger. In dem Alter hätte ich mich das bestimmt nicht getraut.
      Dieses sea-watch Projekt klingt ja auch wirklich super. Respekt, dass du da mitmachst. Wünsche dir alles alles Gute dabei :)
      Alles Liebe Jules

Leave a Reply

X
X
X