In Part 1 ging es um die Yamas. Sie besagen, wie man mit anderen umgehen soll. Heute geht es um die Niyamas. Bei ihnen geht es darum, wie man mit sich selbst umgehen soll.
Was sind die 5 Niyamas?
Saucha – innere und äußere Reinheit
Die äußere Reinheit is relativ einfach. Es geht darum uns selbst zu waschen und zu pflegen aber auch unsere Wohnung und unser Umfeld rein und sauber zu halten. Ich glaube kaum einer läuft gern länger als ein Schmuddelwochenende dreckig (österreichisch für schmutzig) durch die Gegend und den Saustall zu Hause, erdulden die meisten von uns auch nicht sonderlich lange. Die innere Reinheit ist schon ein bisschen schwieriger. Es geht darum die eigenen Gedanken rein zu halten und nur Handlungen zu tätigen, die wir auch mit uns und unserem Gewissen vereinbaren können. Reinheit der Gedanken kann z.B. mit einer regelmäßigen Yoga und Meditationspraxis geübt werden. Klar auch die wird uns wahrscheinlich nicht davon abhalten können, dass wir hin und wieder Gedanken haben, die alles andere als rein sind. Aber wir sind ja auch nur Menschen.
Santosha – Zufriedenheit
Santosha war auch der Name des Unternehmens bei dem ich mein Yoga Teacher Training absolviert habe. Es geht darum mit sich selbst und mit der Situation in der man sich gerade befindet zufrieden zu sein und diese anzunehmen. Während unseres Teachertrainings wurde uns immer gesagt, wir haben nur zwei Möglichkeiten mit einer Situation umzugehen. Entweder wir verändern sie oder wir nehmen sie so an wie sie ist und akzeptieren sie. Jammern und beklagen sind keine Option. Ich denke darum geht es bei Santosha. Dinge so zu akzeptieren wie sie nun mal eben sind, vor allem wenn man sie nicht ändern kann. Aus den Dingen zu lernen und sie hinzunehmen. Das soll nicht heißen, dass man eine „ist mir egal“ Einstellung entwickeln soll. Im Gegenteil natürlich soll man auch weiterhin für seine Ziele und Träume kämpfen und alles geben, um sie zu erreichen. Aber man sollte nicht ungeduldig werden, wenn etwas mal ein wenig länger dauert oder nicht gleich so klappt, wie man es gerne hätte. Das ist für mich Santosha. Ein Niyama an dem ich selbst jeden Tag hart zu kämpfen und zu arbeiten habe.
Tapas – Disziplin
Tapas bedeutet auch durch das Feuer gehen. Gewisse Dinge tut man nur ungern. Bei Tapas geht es darum auch solche Dinge zu tun und durchzubeißen. Es geht darum Durchhaltevermögen zu beweisen. Normalerweise bin ich die Selbstdisziplin in Person. Nur wenn es aber ums Essen geht, kann ich mich einfach nicht zusammen reißen. Das ist für mich aber nicht weiter schlimm und daran möchte ich auch nichts ändern.
Svadhyaya – Studium religiöser Schriften
Okay. Mein Religionsbekenntnis ist o.B. Ich denke aber, dass es vor allem bedeutet, dass man seinen Geist mit sinnvollen Informationen füttern soll. Das heißt ab und zu kein Trash TV oder Binge-Serien-Watching sondern stattdessen ein gutes Buch oder den Dokumentarfilm wählen.
Ishvarapranidhana – Hingabe an Gott
Auch das praktiziere ich eher weniger. Ich finde es immer schön, wenn es Menschen gibt, die an Gott glauben. Ich für meinen Teil tue das nicht. Ich glaube zwar, dass es schon irgendetwas gibt, aber ich hab keine Ahnung was und möchte mich auch nicht damit beschäftigen. Ich sehe das lieber so, dass ich mich Dingen hingebe, die ich liebe. Mich entfalten und verwirklichen kann. So praktiziere ich Hingabe.
Ziemlich spirituelles Thema, ich weiß. Aber ich finde, man kann all diese spirituellen Themen auch wirklich alltagstauglich gestalten und sich Sachen herausholen, die für einen selbst stimmen und sich richtig anfühlen. Was meint ihr?
Tolle Punkte und ich finde durchaus dass man so spirituelle Themen ruhig etwas mehr in den Vordergrund rücken kann. Besonders die Idee hinter Santosha gefällt mir sehr. :)
GLG, Andrea