Wednesday Word: You are exactly where you need to be

You are exactly where you need to be. Diesen Satz muss ich mir ungefähr selbst zehn Mal am Tag sagen, da es mir meistens nicht schnell genug gehen kann. Stillstand betrachte ich grundsätzlich als unerträglichen Zustand und Ungeduld bezüglich der Dinge die ich mir in den Kopf gesetzt habe, ist mein zweiter Vorname. Alles voll und ganz yogimäßige Eigenschaften. Ähm, ja oder so.

You are exactly where you need to be.“ Dieser Satz wurde uns Schülern während meiner Ausbildung zur Yogalehrerin häufig von unseren Lehrern gesagt. Als ich ihn das erste Mal hörte, wurden meine Ohren größer und ich aufmerksamer. Sofort war mir klar, dass ich mir diesen Satz zu Herzen nehmen wollte und musste. Denn von diesem Standpunkt aus hatte ich mein Leben noch gar nie betrachtet:

Nur weil du nicht dort bis und das aus deinem Leben geworden ist, was du denkst hätte daraus werden sollen, heißt das nicht, dass du nicht genau dort bist wo du sein sollst und wo es dir momentan bestimmt ist zu sein.

Manchmal sind wir in der fixen Vorstellung gefangen, dass wir in einem gewissen Alter oder an einem gewissen Punkt in unserem Leben dieses oder jenes erreicht haben müssen. Wenn es dann nicht so ist, fühlen wir uns als Versager und reden uns ein wir sind nicht gut genug.

Vielleicht wolltest du:

  • mit 35 reich sein
  • mit 30 Haus, Kind und Hund haben
  • mit 32 Chef deiner eigenen Millionen scheffelnden Firma sein. Darüber dass ich aufgehört habe Pläne zu machen, weil es sowieso immer anders kommt als man denkt, hab ich euch hier schon erzählt.

Jeder hat andere Wünsche und Vorstellungen. Das Problem daran ist, dass wir uns dadurch nicht mehr auf unsere Gegenwart konzentrieren und in diesem Zukunftsdenken gefangen sind.

Aber es ist nun mal so, dass das Leben nicht immer geradlinig und total nach Plan läuft. Im Gegenteil, es gibt Kurven, Hürden und viele Abzweigungen. Aber nur weil du nicht dort bist, wo du deiner Meinung nach sein willst, heißt das nicht, dass du nicht deinen Weg gehst oder sogar auf dem Weg dorthin bist.

Denk immer daran, du bist genau dort wo du in diesem Moment auch sein sollst, um zu lernen was du lernen musst. Du versagst nicht, außer du versuchst es nicht. Es geht nicht nur darum das Ziel zu erreichen, sondern um die Person die du auf dem Weg zu deinem Ziel wirst. Wahrer Erfolg ist nicht was du nach außen hin erreicht hast sondern was in dir gewachsen ist. Und vielleicht merkst du, dass du authentischer, reifer und stärker wirst. Und dadurch werden sich wieder neue Wege für dich öffnen, die du dir vielleicht so nie erträumt hättest. Was bringt es, wenn man nach außen hin alle Ziele erreicht aber sich selbst auf dem Weg dorthin verloren hat?

Also versuch zu genießen wo du gerade in deinem Leben bist. Hör auf dich selbst klein zu machen oder zu verurteilen. Und wenn du deine jetzige Situation nicht magst, ändere sie.

Wenn meine Ungeduld mal wieder Überhand gewinnt, versuch ich in mich zu gehen und mir genau das immer wieder und wieder zu sagen. Ich versuche mir zwei Dinge in Erinnerung zu rufen: wie weit ich schon gekommen bin und was an meiner jetzigen Situation gerade wunderschön ist. Wenn der Apfel reif ist, fällt er schon allein zu Boden. Ich muss ihn nicht mit aller Kraft runter holen wollen. Denn dann würde ich am Ende nur merken, dass er eigentlich noch nicht so weit war.

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