Nachdem ich mich auf Reisen auch gerne mal körperlich betätige, habe ich mich für eine Trekkingtour von Kalaw nach Inle entschieden. Die Strecke ist auch für ungeübte Wanderer zu bewältigen. Kalaw befindet sich auf einer Seehöhe von 1350m der Zielort Inle auf einer von 900m. Man geht also mehr bergab als bergauf.
Dieser Weg wird in der Kombination 3 Tage/2 Nächte Trek und 2 Tage/1 Nacht Trek angeboten. Ich habe die kürzere Variante gemacht. Gekostet hat das Ganze 40.000 Kyat.
In Kalaw gibt es mehrere Organisationen, die die Touren anbieten. Meine Wahl fiel nach mehrfacher Empfehlung, auf Sam’s Trekking. Ich kann Sam und sein Team besten Gewissens weiter empfehlen. Das tolle an seiner Agentur ist unter anderem, dass in den Gruppen nie mehr als maximal 6 Personen sind. Ich hab auf der Strecke auch Gruppen mit weit über 10 Personen gesehen, was für so eine Wanderung meiner Meinung nach viel zu viel sind. Außerdem bekommt man einen eigenen Koch, der immer zu den einzelnen Stopps vorfährt und herrliche Mahlzeiten zubereitet.
Wir waren eine reine Mädels-Gruppe, es war also Frauen-Power angesagt. Sogar unser Guide mit dem Spitznamen July war eine Frau.
1 Tag
Zuerst fuhren wir ca. eine halbe Stunde mit dem Taxi zum Startpunkt unserer Wanderung, dem Lamine Village. Es war mittlerweile 9.00 Uhr und bereits wahnsinnig heiß. Noch einmal schnell eine dicke Schicht Sonnencreme aufgetragen und los gings.
Am ersten Tag legt man 18 km zurück. Die Strecke ist nicht anspruchsvoll. Man geht die meiste Zeit sehr eben, es gibt nur zwischendurch kleinere Steigungen, die allerdings leicht zu bewältigen sind. Das einzige Problem ist die immense Hitze.
Aufgrund der Trockenzeit war die Landschaft eigentlich die ganze Wanderung hindurch sehr karg. Es herrschte absolute Stille, nur gestört von den Kühen, die man immer wieder am Weg sieht, wie sie in der Dürre verzweifelt versuchen, etwas essbares zu finden.
Nach ungefähr einer Stunde erreichten wir unseren ersten Stopp, das Nan Aww Village, in dem das Pao Volk lebt. Uns wurde Tee gereicht und wir durften einer alten Burmanin beim Weben zusehen. Sie hat wirklich wunderschöne Tücher und Schals gemacht, die das Pao Volk als Kopfbedeckung trägt. Zwei davon musste ich natürlich gleich mitnehmen. Ich werde sie dann zu Hause wohl doch eher als Schal und nicht auf dem Kopf tragen Ich glaube sonst würde ich wohl zum Ziel ungewollter Aufmerksamkeit werden.
Nach einer kurzen Kuschelstunde mit Babykatzen ging es auch schon weiter. Die Strecke kam mir nicht so weit vor, da unser Guide regelmäßig kurze Stopps einlegte um uns zu den diversen Pflanzen etwas zu erzählen. So lernten wir unter anderem den Buddha Baum und eine sehr merkwürdige Pflanze kennen, aus deren Saft man beim Abbrechen der Blätter Seifenblasen pusten kann.
Mittags stoppten wir im Khone Hea Village. Hier wohnt das Da Nu Volk. In einem echten Haus einer burmanischen Familie hatte unser Koch bereits einen wundervollen Lunch zubereitet. Nach dem Essen durfte wir für ca. eine Stunde auf dem Boden Siesta halten. Das Essen wurde auf einer kleinen Feuerstelle in der Küche zubereitet. Trotz steinhartem Boden habe ich ein bisschen geschlafen, bis zu dem Moment als mich eine riesen große Spinne an der Wand in ihren Bann gezogen hat. Von der konnte ich auch nicht mehr wegschauen. Schließlich musste ich beobachten, ob sie wohl ja nicht ihre Position verändert. Denn wenn sie das getan hätte, hätte ich schreiend den Raum verlassen müssen. Gott sei Dank ist sie einfach nur ruhig sitzen geblieben.
Die Nachmittagsstrecke war schon etwas anstrengender. Durch ausgedörrte Reisfelder wanderten wir in wundervoller Stille über Stock und Stein, stets unterbrochen von kurzen Anekdoten unseres Guides.
Um ca. 17.30 kamen wir hungrig und hundemüde im Pack Tu Pauk Dorf an, in dem das Taung Thu Volk lebt. Hier sollten wir nach einem Abendessen in einem Haus einer burmanischen Familie nächtigen. Das Essen war wiedermal herrlich, das Bier dazu noch herrlicher und wohl verdient. Den Schweiß und Schmutz des Tages konnten wir uns in einem Badezimmer, das aus einer Tonne mit kaltem Wasser und einem Schöpfer bestand, abwaschen. Ich fühlte mich danach sogar wirklich frischer als erwartet. Von sauber konnte allerdings keine Rede sein. Macht aber nichts, zwischendurch finde ich es lustig dreckig zu sein.
Eine Familie stellte uns wieder ihr Haus zur Verfügung. Unser Guide erzählte uns, dass die ganze Familie in einem Haus lebt und meistens auch in einem Zimmer nächtigt, bis die Kinder ungefähr 10 Jahre alt sind. Ab diesem Zeitpunkt schlafen die Kinder im Wohnzimmer. Erst nach der Hochzeit ziehen die Burmanen aus und nicht einmal dann müssen sie, wenn sie es nicht wollen. Die Leute hier leben hauptsächlich von der Landwirtschaft und man fühlt sich um Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzt. Fließendes Wasser gibt es nicht. Der Strom wird mittlerweile durch vereinzelte Solaranlagen gewonnen, die ungefähr bis 9.00 Uhr Abends Strom liefern. Danach ist es dunkel.
Wir vertreiben uns die Zeit nach dem Essen mit einer Runde statt Land Fluss gemischt auf Deutsch, Englisch und Koreanisch. Ich hab übrigens gewonnen und begeben uns schließlich bereits um halb 9 zu unserem Nachtlager, das aus einer großen Auflage und Decken und Kissen, die alle nebeneinander liegen, besteht. Kurz hab ich mir überlegt den Raum mit der Taschenlampe nach Spinnen abzusuchen. Ich hab mich aber dann doch dagegen entschieden und schlief sofort ein.
2 Tag
Am nächsten Morgen wachte ich um halb 6 vom Lärm der bereits arbeitenden Leute und Rauchgeruch auf. An den Rauchgeruch muss man sich hier übrigens gewöhnen. Die Burmanen fackeln ständig irgendetwas ab. Ich hab das Gefühl als würde ich die ganze Zeit so riechen, als käme ich geradewegs frisch auf einer Räucherkammer, Aber man gewöhnt sich auch daran. Nach einem Frühstück ging es nach dem Besuch des dorfeigenen Klosters auch schon weiter. Natürlich erst nachdem ich mich von der liebgewonnenen Hundefamilie verabschiedet hatte, die auch in dem Dorf gewohnt hat.
Die Strecke des zweiten Tages beträgt ca. 13 km. Die kamen mir allerdings länger vor, da der vorige Tag noch in den Knochen lag und es noch heißer wurde, da die Strecke von nun an stetig bergab ging.
Nach einem Stop im Nan Yoke Dorf, gab es im Tone le Village noch den letzte herrlichen Lunch unseres Koches. Danach mussten wir uns von unserem wirklich hervorragenden Guide July verabschieden und fuhren ungefähr noch eine Stunde auf dem Inle-See zum Ort Nyaungshwe, in dem sich unsere Unterkünfte befanden.
Todmüde und glücklich genoss ich nach einer ca. halbstündigen Dusche, so lang hat es gedauert den ganze Dreck abzuwaschen, einen frischen Fisch aus dem See und ein Glas Bier.
Fazit:
Die Trekkingtour war ein einmaliges Erlebnis, das ich immer wieder machen würde. Die Landschaft ist in der Regenzeit zwar bestimmt reizvoller, mitunter ist es in der Trockenzeit landschaftlich sehr eintönig. Man lernt aber wahnsinnig viel von der burmanischen Kultur und bekommt einen tollen Einblick in das Dorfleben der Burmanen.
Ich habe wohl auch Glück gehabt die Tour jetzt gemacht zu haben. July hat uns nämlich erzählt, dass es verboten werden soll, in den Dörfern zu nächtigen und eigene Unterkünfte für Touristen gebaut werden. Wir haben auch bereits die Baustelle gesehen. Das finde ich sehr schade, da gerade der Besuch bei den Burmanen und die Nächtigung in ihren Unterkünfte, diesen Ausflug zu etwas ganz Besonderem macht.
























