Inle Lake

Inle Lake – Inmitten von Stelzendörfern und schwimmenden Gärten

Drei Tage meines Myanmar Aufenthalts verbringe ich am Inle Lake. Der See ist 22 km lang und 10 km breit. Hinzu kommen aber noch Kanäle, Flüsse und geflutete Felder. Die Ausdehnung ist also immens. Die Budgetunterkünfte befinden sich in Nyaung Shwe, einer kleinen Stadt am Rande des Sees, die sich zunehmend auf den Tourismus ausrichtet. Auch am See gibt es einige tolle Hotels, die allerdings nur für den dickeren Geldbeutel geeignet sind.

Es gibt wahnsinnig viele Anbieter, die Touren auf den See anbieten und organisieren. Da ich von der Trekkingtour noch sehr müde war und zu faul mir etwas Eigenes zu organisieren, hab ich mich für die hosteleigene Tour entschieden. Sie kostete 13 US-Dollar. Einige Leute im Hostel haben mir zwar erzählt, dass es günstiger wäre, wenn man es auf eigene Faust organisiert, das war mir aber egal. Außerdem fand ich 13 US-Dollar für einen ganztägigen Ausflug, inklusive Lunch nun wirklich nicht teuer.

Treffpunkt war um 6 Uhr an der Rezeption. Schließlich wollten wir bereits zum Sonnenaufgang am See sein. Da ich das frühe Aufstehen mittlerweile gewohnt war und in einem Raum mit etlichen anderen sowieso nicht gut schlafen kann, war das okay.

Mit dem Auto fuhren wir zur hosteleigenen Anlegestelle des Bootes. Die Boote sind lang, schmal und aus Holz. Auf dem Boot wurden hintereinander sieben bequeme Holzsessel mit Decken und Schwimmwesten für unsere Gruppe aufgestellt.

Rechtzeitig zum Sonnenaufgang waren wir mitten am See, wo wir von den berühmten Einbeinruderern in Empfang genommen wurden. Überwältigt betrachteten wir das Schauspiel, um schließlich etwas ernüchtert zu werden, als die Einbeinruderer für ihre Show um Geld fragten. Die Einbeinruderer waren nämlich nicht die richtigen Einbeinruderer, die Fische fingen, sondern nur solche, die hübsch zurecht gemacht für die Touristen eine Show ablieferten. Das fand ich ein wenig enttäuschend, denn ich wollte das wahre Myanmar sehen und keine Touristenshow. Das war aber auch schon die einzige Enttäuschung an diesem Tag und ich sah auch noch ganz viele Einbeinruderer, die wirklich fischten und keine Show für Touristen machten. Die Technik der Ruderer ist wirklich bewundernswert. Die Fischer stehen am Ende des Bootes auf einem Bein und haben das andere Bein um das Ruder geklemmt. Die Bewegung wird als Antrieb verwendet.

Wir fuhren bis ans andere Ende des Sees um einen Markt zu besuchen. Die Dörfer am See wechseln sich mit der Abhaltung des Marktes regelmäßig ab. Ich liebe asiatische Märkte und so war es nach der Enttäuschung über die Einbeinruderer doch noch ein toller Start in den Tag. Begleitet wurde er von einem leckeren Frühstück am Markt und drei kleinen Hundewelpen, die uns auf Schritt und Tritt folgten.

Nach dem Markt machten wir in einem der Stelzendörfer Halt und durften eine Burmanin bei ihrer Töpferkunst beobachten. Danach war es auch schon Lunchzeit. Den Lunch bereitet eine burmanische Familie in einem anderen Stelzendorf für uns zu. Auf einer einfachen Feuerstelle wurden wieder wahrlich hervorragende Gerichte für uns gezaubert. Es gab frischen Fisch aus dem See, Tomatensalat, Nudeln, Gemüse und Reise. Als Dessert herrliches Obst. Anschließend konnten wir eine Siesta im Stelzenhaus halten. Da ich nicht müde war und es mir auch zu heiß war, machte ich mich auf Entdeckungstour im Stelzendorf. Wenn man es nicht gewöhnt ist, ist es wirklich schwer sich dort fortzubewegen. Die Häuser sind teilweise nur durch Bambusbrücken miteinander verbunden, die alles andere als sicher aussehen. Ich glaub die Einheimischen haben uns sogar ein wenig ausgelacht, als wir total vorsichtig und ängstlich über die Stege gegangen sind.

Im Dorf hat sich dann recht rasch eine Kinderschar um mich und die anderen versammelt. Wir haben die Siesta dann damit verbracht Fotos und Selfies mit den Kindern zu machen. Es ist unvorstellbar süß, wenn sie ihr eigenes Bild auf einem Foto sehen und darüber lachen.

Nach der Pause gab es wieder körperliche Betätigung. Mit den Frauen, die davor für uns gekocht haben, begaben wir uns in drei kleine Ruderboote und paddelten eine gefühlte Ewigkeit durch die Stelzendörfer. Mag auch an meinen nicht vorhandenen Armmuskeln liegen, dass es mir wie eine Ewigkeit vorgekommen ist.

Danach ging die Entdeckungstour um den See weiter. Wir konnten das tägliche Leben am See beobachten. Menschen beim Zähneputzen, Wäschewaschen und bei der Feldarbeit. Menschen auf ihren kleinen Booten, rudernd um alltägliche Besorgungen zu erledigen. Der See ist riesig. Wasser so weit das Auge reicht.

Gestoppt wurde in einem Dorf, wo wir selbst Zigarren drehen durften. Ich hab mich echt total bescheuert angestellt und nur mit viel Hilfe der Burmanin eine Zigarre zu Stande gebracht. Okay, eigentlich hat sie mir die Zigarre aus der Hand genommen und fertig gedreht. Aber egal. Natürlich wollte die Gute auch, dass ich die Zigarre rauche. Seit eineinhalb Jahren Nichtraucherin wollte ich mangels Überwindbarkeit der Sprachbarriere nicht unhöflich sein und habe ein paar Züge davon genommen. Mir ist weder schlecht noch schwindlig geworden, im Gegenteil die Zigarre hat echt gut geschmeckt. Zum Rauchen fange ich trotzdem nicht wieder an.

Beim letzten Stopp sollten wir eigentlich ein Kloster besichtigen. Der Weg war uns allerdings zu weit, weswegen wir uns lieber mit einem kühlen Bier an den See gesetzt und getratscht haben. Dann war der Tag auch schon um und wir fuhren nach der Beobachtung eines atemberaubenden Sonnenuntergangs zurück zu unserer Unterkunft.

Zum Essen kann ich das Star Flower, wo es italienische Speisen und das Golden Kite empfehlen. Der Fisch aus dem See schmeckt herrlich. Abends lohnt sich ein Abstecher mit dem Fahrrad in die Winery, die von Franzosen betrieben wird. Das Winetasting gibt es schon für 3000 Kyat. Wenn man südsteirische Weine gewöhnt ist, schmecken die Weine nicht sonderlich. Nach dem dritten Glas wird es aber besser. Versprochen. Außerdem ist der Ausblick herrlich.

Fazit:

Der See ist bis jetzt eindeutig der Ort in Myanmar der mir am besten gefällt. Es ist unvorstellbar, wie die Menschen hier am und mit dem Wasser leben. Die schwimmenden Gärten und Stelzendörfer sind einfach unfassbar schön und überwältigend. Die Menschen wahnsinnig offen und gastfreundlich. Bei den Touren hat man eine tolle Möglichkeit das Leben der Menschen am Wasser genau kennen zulernen. Touristen gibt es hier leider bereits sehr viele und es ist zu befürchten, dass die Touristenanzahl stetig weiter steigt. Zur Zeit ist es aber noch okay, da es sich durch die Größe des Sees verläuft und die Einheimischen noch nichts von ihrer Gastfreundschaft verloren haben.

Inle

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