Villa de Zoysa

Villa de Zoysa – authentisches Yogaretreat in Sri Lanka

Was wäre ich für ein Yogi, wenn Yoga auf meiner Sri Lanka Reise nicht auch unbedingt Platz finden musste. Deshalb wollte ich eine Woche in einem Yogaretreat verbringen.

Die Suche hat sich als gar nicht so einfach heraus gestellt. Die Retreats die mir am Besten gefallen haben, lagen außerhalb meines Reisebudgets. Auf Empfehlung einer Yogalehrerin die ich in Indonesien kennengelernt habe, hab ich mich schließlich für die Villa de Zoysa entschieden.

Die Villa de Zoysa wird von dem entzückenden Singhalesen Devinda betrieben und liegt in Boossa einem kleinen Ort an der Südwestküste Sri Lankas. Ein Aufenthalt von 6 Tagen kostet EUR 500,00. Darin sind zwei Yogaeinheiten zu je 1,5 Stunden sowie das Essen inkludiert.

Die Villa ist ein altes Gebäude im Kolonialstil, das bereits 1907 gebaut wurde. Sie ist nur durch eine Straße und die Zuggleise vom Strand getrennt und verfügt über eine großzügige Anlage mit Pool. Luxus darf man sich nicht erwarten, aber ich glaube, dass ist allgemein der Fall wenn etwas von Einheimischen betrieben wird. Wen ein bisschen Staub und Abgewohntheit allerdings nicht stört, der wird es hier lieben. Denn eine Woche in der Villa de Zoysa bedeutet: Entschleunigung, fantastische einheimische Küche, authentischer Einblick ins singhalesische Leben und Yoga. Perfekt.

Auf Wunsch wird man vom Flughafen abgeholt und in die Villa gebracht. Dafür muss man extra bezahlen. Ansonsten sind alle kürzeren Transfers die während der Woche entstehen im Preis inkludiert.

Der Tagesablauf gestaltet sich folgendermaßen. Nach einer Tasse Tee oder Kaffee gibt es von 7.30-9.00 Uhr Yoga im poolnahen Shala. Anschließend wartet bereits das Frühstück, das alle Gäste gemeinsam an einem großen Tisch einnehmen. Der Fruchtsalat ist der beste den ich je gegessen habe und ansonsten gibt es jeden Tag wechselnde einheimische Köstlichkeiten. Devinda stoßt meistens dazu und fragt was denn jeder so für heute geplant hat. Wenn es keine Pläne gibt, macht er Vorschläge und bietet sich auch dazu an Taxi für seine Gäste zu spielen. Aktivitäten gibt es zur Genüge. Strände erkunden, Surfen, Shoppen im nahegelegenen Galle, mit dem Moped die Küstenstraßen erkunden oder einfach nur faul am Pool liegen und lesen. Um 17.00 Uhr gibt es dann wieder Yoga und um 19.00 Uhr steht das gemeinsame Abendessen am Programm. Ich bin ja bei asiatischer Küche anfangs immer etwas skeptisch. Aber was hier gekocht wird ist einfach unbeschreiblich lecker. Die Rezepte sind alte Familienrezepte und werden liebevoll von Devindas Angestellten zubereitet. Auch er sitzt beim Abendessen am Tisch und ist gern dazu bereit alle Fragen die seine Gäste über Sri Lanka haben zu beantworten. Nach dem Essen wird noch gemütlich beisammen gesessen, bis sich jeder auf sein Zimmer zurückgezogen hat.

Die Yogalehrer wechseln ständig. Wenn man also an einer bestimmten Yogaart interessiert ist sollte man vorher anfragen, welcher Lehrer gerade unterrichtet. Während meines Aufenthalts hatten wir einen französisch-mexikanischen Ashtanga Lehrer. Ich hab davor erst einmal Ashtanga gemacht und fand es deshalb sehr interessant einmal etwas tiefer in diese Yogaart zu blicken. Der Unterricht war auch wirklich sehr toll, trotzdem bleibt Vinyasa Flow mein Favorit. Aber ein bisschen Abwechslung schadet ja bekanntlich nicht. Morgens gab es eine energetisierende Klasse mit der ersten Serie des Ashtanga Yogas und abends eine eher restorative mit viel Pranayama und ruhigen Positionen. Ein Highlight war jedenfalls Yoga am Strand.

Mein persönliches Highlight war noch ein Besuch in der Schule, die von Devindas Bruder unterstützt wird. Zuerst wurden wir herumgeführt um dann mit den Kindern zu plaudern. Die anfängliche Schüchternheit war schnell verflogen, es wurden gefühlt 1000 Fotos gemacht und Klatschspiele gespielt. Als einer der Jungs dann meine Kamera haben wollte und die Mädchen anfingen an meinen Armbändern herumzuziehen war es allerdings Zeit zu gehen. Wie oft bekommt man schon die Möglichkeit eine singhalesische Schule zu besuchen?

Zu erwähnen sind auch noch die entzückenden Hunde Prince und Boo, die auch gerne beim Yoga auf einer eigenen Matte dabei waren. Ach ja eine Kuh und ein Kalb gibt es auch noch.

Mein Aufenthalt in der Villa de Zoysa war ein wunderbarer Start meiner Sri Lanka Reise. Die Anlage ist schön, wer allerdings Luxus möchte ist hier fehl am Platz. Ich war jedoch sehr froh darüber, dass die Villa nicht von einem Westler betrieben wird und ich so einen besseren und authentischen Einblick in die Kultur und Menschen dieses Landes bekommen konnte.

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