Lang hab ich zwischen Komodo und Raja Ampat, den zwei Tauchparadiesen in Indonesien, hin und herüberlegt. Da Komodo um einiges günstiger und auch einfacher zu erreichen war, habe ich mich schließlich dafür entschieden. Ich hab diese Entscheidung keine Sekunde bereut und zwei der besten Tage meiner Reise am Liveaboard von Wicked Diving erlebt.
Eigentlich wollte ich nur tageweise Tauchausflüge von Labuan Bajo, Flores, dem Ausgangspunkt für Erkundungstouren in den Komodo Nationalpark, machen. Die Idee eines Liveaboards von Wicked Diving hat mir dann aber doch besser gefallen. Bei einem Liveaboard wohnt man auf einem großen Schiff, von dem aus man mit kleineren Booten zu den Tauchplätzen fahrt. Gekostet hat mich das Ganze für 2 Tage/1 Nacht 4.5 Millionen IDR. Inkludiert waren 6 Tauchgänge, Ausrüstung, Verpflegung und Nächtigung.
Gestartet sind wir mit einer Gruppe von 6 Leuten, einem Divemaster und einem Instructor mit einem kleinen Boot um sieben Uhr morgens von Labuan Bajo. An diesem Tag klapperten wir am Weg zum Liveaboard drei verschiedene Tauchplätze ab.
Ich muss ja sagen, ich hatte schon ziemlichen Respekt vor dem Tauchen in Komodo. Es wird eigentlich nur erfahrenen Tauchern geraten hier zu tauchen. Dazu zähle ich mich mit meinen gerade Mal 20 Tauchgängen wohl noch lange nicht. Komodo ist unter anderem für seine krassen Strömungen und dafür bekannt, dass sich die Bedienungen von einem Moment auf den nächsten blitzschnell ändern können. Bei den Strömungen treten auch vermehrt „down currents“ auf, die dich Mal schnell einige Meter in die Tiefe ziehen können. Vor denen hatte ich die meiste Angst.
Die Tauchplätze des ersten Tages waren jedoch alle auch für noch nicht so geübte Taucher wie mich geeignet. Bereits beim ersten Tauchgang war ich schirr überwältigt. Die Farbenvielfalt der Riffe und der Artenreichtum an Fischen hätten mich, sofern ich unter Wasser reden hätte können, sprachlos gelassen. Die Korallen waren noch nicht so gebleicht, wie ich es bisher gesehen hatte. Genau so hatte ich mir das Tauchen eigentlich immer vorgestellt.
Nach drei Tauchgängen kamen wir gegen 16.00 Uhr am Liveaboard, das genau neben der Insel Komodo vor Anker lag, an. Am Liveaboard waren bereits vier andere, die schon mehrere Tage dort verbracht hatten und noch ein Instructor. Geschlafen wurde in Stockbetten unter Deck, die für ein wenig Privatsphäre mit einem Vorhang versehen waren. Es gab zwei Duschen und Toiletten. Außerdem noch ein großes Sonnendeck mit gemütlichen Sitzkissen und Liegen und den Essbereich. Ich fühlte mich sofort wohl.
Um den Sonnenuntergang anzusehen ging es mit einem kleinen Motorboot zu einer winzigen Insel, mit feinem weißen Puderzuckersand. Ich glaub ich hab nicht einmal zwei Minuten gebraucht um die ganze Insel zu umrunden. Vom Sonnenuntergang hab ich nicht so viel mitbekommen, da ich mit den unzähligen süßen Einsiedlerkrebsen beschäftigt war.
Nach dem Sonnenuntergang ging es zurück aufs Liveaboard, wo es nach einem einfachen aber leckeren Abendessen für mich sofort ins Bett ging. Tauchen macht mich immer hundemüde. Obwohl wir zu 10 in einem Raum geschlafen haben, was ich normalerweise gar nicht ausstehen kann, hab ich geschlafen wie ein Baby. Vor allem das sanfte Wiegen des Schiffes war wahnsinnig angenehm.
5.30 Tagwache. Nach einem kurzen Blick auf den Sonnenaufgang und einem kleinen Frühstück ging es auch schon ab aufs Boot, um zwei der berühmtesten Tauchplätze Komodos noch vor den Tagestouristen zu erreichen. Crystal und Castle Rock. Beide Tauchplätze sind im Wasser liegende Felsen, die von Korallen überwuchert sind. Mir war ein wenig mulmig. Von andere Reisenden hab ich gehört, dass es zwei wahnsinnig schwierige Tauchplätze mit krassen Strömungen sein sollen. Jemand hat mir erzählt, dass ihm die Strömung den Regulator aus dem Mund gerissen hat und er sich den ganzen Tauchgang über nur am Riff festhalten musste, weil die Strömung zu stark war. Von den Geschichten über down currents oder Whirlpools, wo die Strömung einen wie in einer Waschmaschine durchwirbelt, will ich gar nicht reden.
Die Strömung wurde getestet und für mild befunden. Puh, Glück gehabt. Trotzdem war sie stark genug dafür, dass wir sobald wir im Wasser waren ohne Zögern in eine Tiefe von 25m Abtauchen mussten, da wir sonst den Tauchplatz verpasst hätten und ins Blaue gezogen worden wären. In einer Tiefe von 25m hieß es dann am Riff festhalten und einfach nur staunen. Ich hatte das Gefühl mich in einem übervollen Aquarium zu befinden. Fischschwärme waren über, neben und unter uns. Ein Riffhai nach dem anderen zog an uns vorbei. Einfach nur überwältigend. Nach 15 Minuten in dieser Tiefe mussten wir uns langsam auf den Weg ins seichtere Wasser machen. Auch hier kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Gefrühstückt wurde nach dem ersten Tauchgang auf einer einsamen Insel am Strand. Pancakes und Nutella. Was will man mehr?
Auch die zwei anderen Tauchgänge an diesem Tag waren atemberaubend. Bei einem war die Strömung so stark, dass wir die Position von Superman eingenommen haben und durch das Wasser gesaust sind. Das war ein Spaß.
Gesehen hab ich an diesen Tagen: etliche Haie, einen riesigen Rochen beim Essen, Schildkröten, einen Krokodilfisch, einen Oktopus, Napoleonfische, gigantische Fischschwärme etc.
Allen Tauchern unter euch kann ich daher nur empfehlen nach Komodo zu fliegen und ein paar Tage auf einem Liveaboard zu verbringen. Eine einmaliges Erlebnis.

















Super! :) bis bald dann können wir uns austauschen ich bin in paar Tagen auch in komodo!
EINFACH EIN TRAUM,FREUE MICH FUR DICH LG CLAUDIA
Vielen Dank für den tollen Urlaubsbericht – du hast mir richtig lust auf Tauchen in warmen Gewässern gemacht!
Liebe Julia,
schön zu lesen, dass ich dein Weg tatsächlich nach Flores und zum Tauchen in den Komodo Nationalpark verschlagen hat :)
Ich bin immernoch beeindruckt von dieser Unterwasserwelt…
Liebe Grüße und noch ganz viel Spaß!
Jana :)