Cebu Whaleshark

Schnorcheln mit einem Walhai – vom wahr werden eines Lebenstraumes

Der Grund warum die Philippinen, obwohl sie doch etwas vom Rest Südostasiens entfernt liegen, Ziel meiner Reise wurden, ist dass ich mir einen Lebenstraum, das Schnorcheln mit den größten Fischen der Erde – den Walhaien – erfüllen wollte.

Es gibt zwei Orte auf den Philippinen, an denen man die Möglichkeit hat mit Walhaien zu Schnorcheln. Oslob und Donsol. In Oslob sieht man die Meeresriesen mit Sicherheit, da sie gefüttert werden. Ursprünglich wollte ich nach Donsol, da ich der Anfütterung von freien Meerestieren kritisch gegenüber stehe. Lange hab ich mit mir gerungen und zahlreiche Artikel darüber gelesen. Vermarktet wird das Walhai oder auch Butanding-Watching in Oslob als Ökotourismus. Entstanden ist es nur durch Zufall, die Fischer wurden ursprünglich von den Giganten beim Fischen gestört weswegen sie keine gern gesehenen Gäste waren. Als die Fischer jedoch bemerkten, dass Taucher eine wahnsinnige Freude damit habe, die Tiere zu Gesicht zu bekommen, wurde begonnen Geld damit zu machen, anstatt die Tiere zu vertreiben oder gar zu töten. Da ich wahrscheinlich nicht so bald wieder auf die Philippinen kommen werde und unbedingt einen Walhai sehen wollte ging der erste Stopp schließlich doch nach Cebu – Oslob.

Ich wurde um 6.00 Uhr von einem Filipino mit dem Motorrad von meinem Hotel, dass sich etwas außerhalb des Startpunkts für die Walhaisichtung befand, abgeholt. Angeblich soll in der Früh weniger los sein. Das war wohl ein Irrglaube. Nach einer ca. 15 minütigen Fahrt, erschrak ich erstmal über die Massen an Menschen. „Ich dachte, in der Früh sind nicht so viele Menschen?“ sagte ich zu meinem Fahrer. „Es ist Samstag.“ war seine Antwort. Aha…..Naja half ja auch nichts.

Nach einer kurzen Einschulung mit den wichtigen Key-Facts ging es auch schon aufs Boot. Man soll 4m Abstand halten, darf die Tiere nicht mit Blitz fotografieren, sie nicht berühren und soll keine Sonnencreme tragen. Das sind die wichtigsten Facts.

Die Bootsfahrt dauerte nur ungefähr 5 Minuten, da die Walhaie in unmittelbarer Strandnähe waren. Auf dem Wasser standen bereits unzählige Boote. Wir hatten genau eine halbe Stunde für die Butanding-Interaktion. Da ich keine Zeit verlieren wollte, schlüpfte ich schnell aus meiner Schwimmweste und rein ins Wasser. Ich musste nicht lange warten und sah schon den erste Giganten. Kurz blieb mir der Atem weg und ich vergaß, dass ich von unzähligen anderen Menschen umringt war. Kopf unter Wasser, Welt aus und die unfassbare Schönheit dieses friedlichen Meerestieres genießen. Lange hielt dieser ruhige Moment leider nicht an. Das Kreischen der Menschen, die sich mit ihren Schwimmwesten an den Booten festklammerten und immer nur kurz den Kopf unter Wasser steckten, war dann doch etwas störend. Mein zweimaliger Versuch mich etwas weiter vom Boot zu entfernen, um ein bisschen für mich sein zu können, wurde von den Guides mit einem harschen: „Come back to the boat.“ unterbrochen. Nach der halben Stunde, die mir vorkam wie 10 Minuten wurden wir in Windeseile wieder ins Boot gesammelt und der Spuk war auch schon vorbei.

Den Walhaien macht es nichts aus, wenn sie den Menschen nahe kommen. Einer hat mich sogar mit seiner Flosse berührt, obwohl ich versuchte den geforderten Abstand einzuhalten. Kleine Boote mit jeweils einem Guide füttern die Fische und lotsen sie von Touristenboot zu Touristenboot, damit auch jeder einmal einen Butanding sehen kann. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es den Tieren schadet oder sie sich von den Menschen gestört fühlen. Sie wollten einfach nur fressen.

Fazit:

Ich hab mir die Erfüllung dieses Traumes eigentlich ein wenig anders vorgestellt und wäre im Nachhinein lieber nach Donsol gefahren, wo es zwar nicht sicher ist, ob man überhaupt einen Wahlhai zu Gesicht bekommt, dafür aber nicht Massen an Touristen sind. Die Begegnung mit diesen Giganten ist aber, alles andere einmal ausgeblendet, ein unfassbares Erlebnis und das wahr werden eines Traumes. Es ist unbeschreiblich, wenn dieser riesige Walhai friedlich neben einem durchs Wasser gleitet und immer wieder langsam das gigantische Maul öffnet um Essen hinein zu filtern. Es fühlte sich in Cebu-Oslob aber leider ein wenig so an, wie ein Zoo im Meer. Ich hoffe, diesem Meeresgiganten in Zukunft noch einmal und unter anderen Umständen begegnen zu dürfen. Trotz allem überwiegt im Endeffekt jedenfalls die Freude über das wahr werden dieses Traumes.

Praktische Information:

  • Oslob, Cebu (ca. 3 Stunden von Cebu City entfernt)
  • Kosten: 1.150 Pessos (inkl. Transport von meinem Hotel GT Seaside Inn und retour)
  • Schnorchel und Schwimmweste inkludiert

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Walhai

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