Mandalay

Mandalay – wo noch Ursprünglichkeit und Authentizität herrschen

Die erste Etappe meiner Reise, Mandalay, neigt sich bereits dem Ende zu. Heute sollte es eigentlich mit dem Schiff weiter nach Bagan gehen. Allerdings hat mich eine Reisediarrhoe (vermute ich zumindest) erwischt und ich muss unfreiwillig einen Tag länger das Hostelbett hüten. Nicht gerade angenehm, wie ihr euch wahrscheinlich vorstellen könnt. Ich hoffe, dass es morgen endlich weiter geht. Aber zurück zur Stadt.

Mandalay ist mit über einer Million Einwohner, die zweitgrößte Stadt Myanmars. Wer denkt, das Stadtbild sei, wie in anderen asiatischen Großstädten von Hochhäusern geprägt, irrt. Abgesehen von ein paar höheren Häusern, besteht die Stadt aus kleinen Bauten, die dicht nebeneinander stehen. Die Orientierung ist einfach, da die Stadt schachbrettartig angeordnet ist und die Straßen nummeriert sind. Die Armut schlägt einem bereits bei der Ankunft mit voller Wucht ins Gesicht. Die meisten Menschen leben lediglich in sehr einfach Bauten, ohne Strom oder fließendes Wasser. In einer Teeküche, in der Kaffee und Tee angeboten werden, habe ich sogar gesehen, dass die Leute nur auf Matratzen, die mit einem Vorhang abgetrennt sind, leben. Außerdem prägen Straßenhunde das Stadtbild, die mich als Tierliebhaberin, natürlich total berühren. Zu gern würde ich jeden einzelnen tierärztlich versorgen lassen und einige bei mir aufnehmen. Mabel hätte wohl keine große Freude damit. Die Gebäude in der Stadt sind wahnsinnig farbenfroh. Der Verkehr die reinste Katastrophe. Am ersten Tag habe ich bestimmt 10 Minuten gebraucht, um die Straße zu überqueren und das hat auch nur nach dem Motto: „Augen zu und durch.“ funktioniert.

Die Stadt selbst hat mir nicht so gut gefallen. Zu groß, zu hektisch, zu wenig interessante Sehenswürdigkeiten. Am ersten Tag bin ich erstmal allein durch die Straßen gestreunt. Ich muss zugeben, der Kulutrschock hat mich erwischt. Zur Beruhigung bin ich in ein westliches Lokal geflüchtet. Ja ich schäme mich dafür. Haha. Es war aber nicht wirklich westlich, sondern das was die Einheimischen unter westlich verstehen. Wieder beim Hostel angekommen, hab ich Kontakt zu einer super netten und quirligen Kalifornierin geschlossen und den Abend mit ihr und anderen Backpackern in einem typisch birmanischen Restaurant, am Boden sitzend und Avocado-Saft trinkend verbracht. Alkohol gab es nicht. Der wird hier in den wenigsten Lokalen serviert, da es scheinbar sehr schwer ist, eine Ausschanklizenz zu bekommen. Danach doch noch eine Bierbar gefunden, traten wir kurz nach 10 Uhr abends den Weg zurück zum Hostel an. Die Stadt war wie ausgestorben. Die meisten Lokale schließen um 9. Lediglich etliche Straßenhunde säumten unseren Weg.

Für den nächsten Tag haben wir uns mit einem dänischen Pärchen ein Taxi geteilt, um die umliegenden alten Königsstädte zu erkunden. Das ganze kostete 35.000,00 Kyat. Also fast gar nichts. Die Ziele waren:

  • die Mahamuni Pagode
  • Sagaing
  • Inwa
  • und Amarapura.

Bei der Mahamuni Pagode sind wir erstmal in ein rauschendes Fest geschlittert. Etliche Einheimische waren in farbenfrohe Gewänder gehüllt und heraus geputzt. Wir sind aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen. Das goldene Buddah Abbild zählt zu den wichtigsten buddhistischen Heiligtümern des ganzen Landes.

Nächster Stopp war Sagaing. Nach einem 20 minütigen und schweißtreibenden Anstieg über Treppen, hieß es erstmal verschnaufen. Der Ausblick war umwerfend, aber noch schöner war eindeutig das in Pastellfarben getauchte Kloster. Ich konnte gar nicht mehr aufhören, den Boden zu fotografieren und hab die diversen Fließen schon in meinem zukünftigen Badezimmer gesehen. Der Abstieg, inklusive einer kleinen grünen Schlange am Wegrand, war weniger anstrengend. Ich bin ja der festen Überzeugung, dass es eine kleine grüne Mamba war. Wir sind aber schnell weiter gegangen. Nicht unbedingt meine Lieblingstiere und noch weniger wenn sie sich nicht hinter einer Glaswand befinden.

Inwa war enttäuschend. Nach einer kurzen Überfahrt mit dem Boot wird man im 10 Sekunden Takt gefragt ob man eine Kutsche mieten will. Zuerst für 10.000,00 dann für 8.000,00 Kyat und am Ende sogar „for free“. Der Weg dauert keine 10km, wie die Kutscher einem einreden wollen. Man kann also ruhig zu Fuß gehen. Unser Aufenthalt in Inwa, war mangels Begeisterung darüber nur sehr kurz.

Der letzte Stopp der Tour war Amarapura. Hier befindet sich die längste Teakholzbrücke der Welt, die sogenannte U-Bein Brücke. Die war schon beeindruckend. Wir sind sie ungefähr bis zur Hälfte entlang gelaufen. Ich glaube die Brücke wurde seit dem Bau nicht mehr renoviert oder auf ihre Sicherheit überprüft. Die Bretter haben teilweise beängstigende Geräusche gemacht und ziemlich unsicher ausgesehen. Wieder hieß es, Augen zu und durch. Ich war aber heilfroh, als ich wieder von der Brücke herunten war.

Mehr konnte ich in Mandalay auch nicht mehr anschauen, da es mich eben seit gestern früh erwischt hat und ich im Bett liege. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, da ich die Stadt nicht für sonderlich sehenswert halte. Einzig und allein der Mandalay Hill wäre noch eine Besichtigung wert gewesen. Mehr Leid tut es mir schon darum, dass ich meine Schifffahrt verpasst habe und einen Tag weniger in Bagan habe. Aber was solls, shit happens. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Mandalay

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2 Comments

  • Manchmal kommen die Dinge eben ganz unverhofft! Ich hoffe es geht dir inzwischen wieder besser und du hast die Reise nach Bagan gut überstanden.

    Konntest du schon die Aussicht über die Tempel genießen? Im Nebel oder Abendrot stelle ich mir diesen Ausblick magisch vor!

    Ich drück die Daumen, dass es „ordentliches“ Internet gibt und du ein paar Fotos hochladen kannst … so ganz uneigennützig. ;)

    Grüße, Torsten

    • Lieber Torsten!
      Ja es geht mir Gott sei Dank wieder gut. Danke. Ja Bagan hat mich in seinen Bann gezogen. Ein magischer Ort. Das mit dem Internet sieht leider nach wie vor schlecht aus. Bin gerade in Kalaw, wo morgen meine Trekkingtour startet und bereite derzeit alles Offline vor, damit ich es, sobald es geht auch nur mehr hochladen muss.
      Alles Liebe
      Jules

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