Als mein Entschluss feststand, das Yoga Teacher Training auf Bali zu absolvieren, war mir klar, das wird mein gesundes Monat: täglich Yoga, Meditation, früh schlafen gehen, kein Alkohol, kein Fleisch, nichts Süßes, Digital Detox. Jetzt bin ich seit zwei Wochen mitten drin und weit gefehlt.
So viel wie ich momentan esse, habe ich auf der ganzen Reise noch nicht gegessen. Vor allem Süßes. An den Abenden vor meinen freien Tagen trink ich gern ein, zwei oder drei Bier. Ich schreibe für meinen Blog und poste Fotos auf Instagram. Habe ich deshalb ein schlechtes Gewissen? Kann ich die spirituelle Erfahrung des Trainings deshalb nicht in ihrer vollen Größe aufnehmen? Ich denke nicht. Im Gegenteil. Ich fühle mich momentan, abgesehen von einer kleinen Erkältung, in meinem Körper rundum wohl. Ich bin zufrieden und glücklich und spirituelle Erfahrungen mache ich trotzdem.
Es ist nämlich die Balance, um die es wirklich geht und die ausschlaggebend ist. Ich kann keine Balance finden, wenn ich auf alles verzichte und mich jeden Tag selbst geißle. Außerdem tun mir meine Mitmenschen (insbesondere mein Freund) leid, die die Frustration und schlechte Laune als Auswirkung meiner Selbstgeißelung, zu spüren bekommen. Dazu fällt mir übrigens der Selbstversuch meiner Soup Cleanse ein. Aber gilt das auch für Yoga? Oder muss ich um ein guter Yogi zu sein und mein Gleichgewicht finden zu können auf Dinge wie Fleisch und Alkohol verzichten?
Yoga besteht aus 8 Bestandteilen. Einer davon heißt Yama. Bei Yama geht es um die eigene Beziehung zur Außenwelt. Eines der Yamas nennt sich Ahimsa. Das bedeutet, keine Gewalt. Wir hatten im Unterricht eine lange Diskussion darüber, ob man Vegetarier sein muss, um Ahimsa wirklich zu befolgen. Die Meinungen waren geteilt. Ich denke nicht, dass man Vegetarier sein muss um ein guter Yogi zu sein und sein Gleichgewicht finden zu können. Meine Meinung ist, dass ich mit mir selbst bezüglich meiner Essgewohnheiten im Reinen sein und mir auch bewusst sein muss, woher mein Essen kommt. Meine Asana Lehrerin vertritt die selbe Ansicht. Daher hat sie sich kürzlich eine Kuh gekauft. Ja ihr lest richtig, eine Kuh. Sie ernährt sich nicht vegetarisch, ihr ist es aber wichtig zu wissen, woher ihr Essen kommt. Vor allem ist es ihr wichtig, dass ihr Essen organisch ist. Das ist bei Fleisch leider nach wie vor oft schwierig, gerade in einem Land wie Indonesien. Daher hat sie sich dazu entschieden eine organische Kuh zu kaufen und so gut wie es geht alle einzelnen Bestandteile davon zu verwerten. Als sie in einer Facebook Gruppe gefragt hat, wo man am besten eine Kuh kaufen kann, ist der Shitstorm der Vegetarier und Veganer los gegangen und eine hitzige Diskussion zwischen Fleischessern und -verweigerern entbrannt. Aber das könnt ihr euch wahrscheinlich vorstellen. Ich finde ihre Einstellung jedenfalls super, denn wenn wir schon Fleisch essen, sollten wir auch wissen, wie das Fleisch auf unseren Tellern landet. Mein Tipp an sie war nur, dass sie der Kuh besser keinen Namen geben sollte. Keiner will einen“Fred“ am Teller haben und ihn dann auch noch essen.
Lange Rede kurzer Sinn. Im Yoga geht es im Grunde immer um Balance und Ausgleich. Balance zwischen Shiva und Shakti. Balance zwischen Ying und Yang. Balance im eigenen Körper und im Geist. Balance zwischen den Elementen. Das Entstehen einer solchen Balance ist aber gar nicht möglich, wenn man auf für sich fundamentale Dinge verzichtet. Diese fundamentalen Dinge sind für jeden unterschiedlich. Für mich ist es zum Beispiel ein guter Cappuccino oder zwischendurch ein schönes Steak.
„Some days you eat salad and go to the gym. Some days you eat cupcakes and refuse to put on pants. It’s called balance.„
Das ist einer meiner Lieblingssprüche und ich lebe auch nach diesem Motto. In diesem Sinne finde ich es vollkommen okay nach meiner gerade überstandenen anstrengenden Yoga Stunde einen saftigen Schokoladenbrownie zu verdrücken.

Hi Jules
Diese Hängebrücke kommt mir total bekannt vor ;-) Das ist doch bestimmt die Hanging Bridge auf Bohol, oder?
Das Zitat von oben mit der Balance ist super. Das ist genau nach meinem Geschmack. Ob ich es doch auch mal mit Yoga probieren sollte…
Liebe Grüsse,
Reni
Jaaa genau das ist die in Bohol :)
Yoga solltest du unbedingt versuchen. Ich hatte durch meinen früheren Job immer sehr viel Stress und oft das Gefühl nicht ganz bei mir und ich zu sein, geschweige denn eine Balance in meinem Leben zu haben. Yoga hat mir sehr weiter geholfen und hilft noch jeden Tag aufs Neue. Vor allem mit den Atemübungen und der Meditation.
Alles Liebe
Jules
Waaaas??? DREI Bier!!!