Der letzte Stopp meiner Myanmar Rundreise war Yangon. Meine Erwartungen waren niedrig. Ich bin einfach kein Fan südostasiatischer Großstädte. Zu laut, zu stickig, zu heiß, zu chaotisch, zu stressig, zu viele Menschen, zu viele sonderbare Gerüche. Aber Yangon hat mich überrascht, es gefällt mir.
Yangon ist die größte Stadt in Myanmar und die vormalige Hauptstadt. In der Stadt ist zur Zeit ein Knistern wie vor einem Gold Rush spürbar. Hippe Läden schießen aus dem Boden und es wird eifrig gebaut. Ein Local hat mir erzählt, dass Yangon versucht Bangkok zu werden. Ich hoffe nicht, denn hier gefällt es mir besser als in Bangkok.
Der wichtigste Part der Stadt ist Downtown, hier spielt sich das Leben ab. Die Orientierung ist einfach. Die Straßen sind schachbrettartig angeordnet und mit dem Maps Me App funktioniert sowieso alles wie von allein. Vorankommen tut man am einfachsten zu Fuß oder mit Taxis. Downtown ist leicht zur Fuß zu erkunden. Taxipreise bewegen sich für ca. 4km um die 2.500,00 Kyat. Aber ihr müsst ein bisschen handeln. Schon langsam werd ich besser darin.
Sehenswert sind:
– die Shwedagon Pagode – sie ist wohl die bekannteste Pagode des ganzen Landes und glitzert in unfassbar schönem Gold. Rund um die Pagode sind Buddhas für jeden Geburtstag aufgestellt, es heißt es bringt Glück, wenn man die Anzahl seines Alters an Wassergläsern darüber schüttet. Da musste ich natürlich auch mit machen und hab den Samstags Buddha 27 Mal mit Wasser übergossen. Mir kam das schon lang vor, ihr könnt euch vorstellen, wie lange die uralte Dame neben mir geschüttet hat.
– die Circle Line – rund um Yangon geht eine Eisenbahn, eine Fahrt kostet 200 Kyat. Ich und die Dänin mit der ich unterwegs war wurden übers Ohr gehauen und so bezahlten wir jeweils 400 Kyat. Das passiert eben wenn man nicht aufpasst. Die ganze Fahrt dauert über 3 Stunden. Das kann echt lang und heiß werden. Wir sind deshalb früher ausgestiegen, nachdem ich durch die monotone Zugfahrt fast eingeschlafen wäre. Es ist allerdings eine gute Gelegenheit um das Leben in den Suburbs der Stadt kennen zulernen. Außerdem sind die Menschen, wie überall in Myanmar wahnsinnig freundlich und man kommt aus dem Winken und „Minglabar“ (Hallo)-Sagen gar nicht mehr raus.
– Bogyoke Aung San Markt – toller Markt um Souvenirs zu kaufen, ich hab meinem Freund dort einen superschönen Longyi, das ist eine traditionelle Bekleidung in Myanmar, gekauft
– Inya Lake mit Aung San Suu Kyi’s Haus und dem wundervollen Restaurant Le Planteur
– Pomelo – toller Laden, der gemeinnützige Projekte unterstützt.
– Yangon Yangon Rooftop Bar – großartige Aussicht über die ganze Stadt mit Happy Hour.
Zum Essen kann ich euch Le Planteur und das Rangoon Teahouse empfehlen. Le Planteur hat gehobene Küche aus aller Welt und ich kann euch gar nicht sagen wie gut es getan hat, sich mal wieder richtig verwöhnen zu lassen und keine Angst haben zu müssen, ob man das Essen hier nun verträgt oder nicht. Achtung, die Preise haben es in sich. Aber ab und zu muss man sich auch was gönnen. Das Rangoon Teahouse bietet das typische Tea House Menü auf gehobenem Niveu und im gemütlichen und hippen Ambiente an. Normalerweise handelt es sich bei Tea Houses aber um ein paar Plastikstühle und Tische, die auf der Straße stehen und an denen Kleinigkeiten gegessen und Tee getrunken werden. Bei Rangoon Teahouse kann man die lokalen Speisen probieren, ohne Angst haben zu müssen, dass man sich den Magen verdirbt.
Ich war insgesamt drei Tage hier, was fast zu lang ist. Zwei würden auch reichen, um die wichtigsten Sights der Stadt zu erkunden und einen guten Eindruck von der aufstrebenden Stadt zu bekommen. Ich bin gespannt, ob die Entwicklung hier weiterhin so rasant sein wird und ob Yangon wirklich wie Bangkok wird. Mir wäre es lieber, wenn es so bleiben würde, wie es ist.
























hey jules, vielen dank für den tollen bericht. besonders imposant finde ich die großen bauten, die u.a. auch mit gold überzogen sind. was für einen religiösen stellenwert hat dieser Stoff dort? LG. Debby
Liebe debby.
Die Pagoden haben einen riesigen Stellenwert für die Einheimischen. Die meisten burmanen sind Buddhisten und sehr gläubig. Sie pilgern also regelmäßig zu den großen religiösen Stätten wie der shwedagon pagode in yangon.
Alles liebe jules