Ein Jahr nach meinem Yoga Teachertraining – Zeit Resümee zu ziehen

Ich erwache in meinem schnuckeligen Homestay auf Bali. Gestern bin ich nach bereits einmonatiger Reise durch Asien von den Philippinen hergeflogen. Ich bin aufgeregt, was wird mich hier das nächste Monat erwarten? Hätte ich nicht einfach ein Yogaretreat machen sollen? War es eine kluge Entscheidung sich gleich für ein Yoga Teachertraining anzumelden?

Am Nachmittag treffen wir das erste Mal aufeinander. Ein Haufen vollkommen fremder Menschen sitzt im Kreis und beäugt sich noch ein wenig schüchtern. Hier werde ich mein Yin finden, das mich in nicht mal einer Woche aus der Schweiz besuchen kommt. Das nächste Monat – ein Monat voller Höhen und Tiefen. Tränen und Lachen. Weiß und schwarz. Eines der aufregendsten meines Lebens. Ein Monat in dem ich vermutlich mehr über mich, die Person die ich bin und die Person die ich sein will, herausgefunden habe als je zuvor. Ein Monat das mich geprägt hat. Ein Monat das meine gypsy soul zum Vorschein gebracht hat. Ein Monat das mir gezeigt hat, in welche Richtung ich in meiner Zukunft gehen will…..

Jetzt ist es schon ein Jahr her. Wie schnell die Zeit vergeht. Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen und wenn ich so bewusst daran zurück denke, vermisse ich es schon sehr. Aber was ist in diesem Jahr alles passiert? Eigentlich unglaublich viel. Da verwundert es mich doch, dass ich manchmal das Gefühl habe, auf der Stelle zu treten. Meine erste Stunde habe ich durch Zufall auf Gili Trawangan unterrichtet. Mann, war ich nervös. Ich hätte mir aber keinen besseren Ort dafür vorstellen können. Im Morgengrauen, umgeben von Palmen und Meeresluft. Perfekt.

Obwohl es nie meine Intention gewesen ist, tatsächlich Yoga zu unterrichten, entstand kurz nach meiner Rückkehr nach Österreich bereits die Idee zu Yoga & Juliet. Der ursprüngliche Name war übrigens „Om sweet Om„. Im Nachhinein hätte das so gar nicht gepasst. Ich habe zwar eine klassische Hatha-Yogaausbildung gemacht, aber meine Leidenschaft gilt dem Vinyasa Flow. Klar, dass ich auch das unterrichten wollte. Den Sommer über hab ich noch fleißig geübt und dann im September endlich begonnen zu unterrichten. Nachdem ich alles auf englisch gelernt hatte, war es auf deutsch anfangs gar nicht so einfach. Ihr könnt euch vorstellen, wie nervös ich vor meiner ersten Yogastunde als nebenberuflich selbstständige Yogalehrerin war. Im Nachhinein finde ich die Stunde, die ich abgehalten habe, auch eher mäßig. Aber meinen Schülern muss es gefallen haben, denn viele davon sind bis heute regelmäßig in meinen Stunden. <3

Im Winter kam mir die Idee auch in Graz zu unterrichten und so gesellte sich zu meiner Monday Kick Ass Feel Good Yogastunde meine Thank God It’s Friday Stunde. Zusätzlich begann ich bei Natural High Rücken und Yin Yoga zu unterrichten. Tja und was soll ich sagen, wie vor Kurzem angekündigt, werde ich meine Yogatätigkeiten im Sommer aufs Wasser verlagern und SUP-Yoga unterrichten. Es hat sich also sehr sehr viel getan im letzten Jahr.

Aber nicht nur auf der Ebene des Unterrichtens auch auf meiner Persönlichkeitsebene zehre ich nach wie vor von meiner Ausbildung. In schwierigen Situationen und Lebenslagen fallen mir immer wieder passende Worte meiner Yogalehrer ein. Ich denke, dass das mein Leben lang so sein wird.

Jedem der mit dem Gedanken spielt ein Yoga Teachertraining zu machen, kann ich es daher nur bestens empfehlen. Vollkommen egal, ob man unterrichten möchte oder nicht. Es ist ein once in a lifetime Erlebnis, wunderschön und unglaublich intensiv. Man zehrt sehr lange davon, nimmt wahnsinnig viel mit und lernt viel über sich selbst. Bitte nocheinmal Teachertraining von Anfang an. So jetzt aber aus, genug Nostalgie für heute.

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