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An Ocean Child’s Plea

Heute habe ich nicht nur im Standard einen Artikel über das Aussterben des Ökosystems „Korallenriff“ gelesen sondern auch die Netflix Dokumentation „Chasing Corals“ angeschaut. Bei Dramen a la Nicolas Sparks vergieße ich ja oft die ein oder andere Träne. Noch nie musste ich allerdings bei einer Dokumentation derartig weinen. Die Korallenriffe unserer Welt sterben. Seit den 80ern gab es mittlerweile 3 Korallenbleichen in unseren Meeren. 2016 die letzte große Bleiche – mehr als 30% des Great Barrier Reefs sind unwiederbringlich zerstört. Aus den ehemals bunten Korallen, in denen sich das Leben Meer abspielte, wurden zuerst weiße Skelete und schließlich mit Algen überzogene trostlose Gebilde. Das Leben rundherum verschwunden. Wo früher bunte Fische Abfangen spielten, ist nur mehr eine Geisterlandschaft übrig geblieben.

Ich bin bereits mein ganzes Leben über ein „Ocean Child„. Ich hab mir im Meer selbst das Schwimmen beigebracht. Als ich mit 14 mit meinem Papa zum ersten Mal auf offener See Delfine gesehen habe, beugte ich mich soweit über den Bug des Schiffes, um näher bei ihnen zu sein, dass er mich nur mehr an den Füßen festhalten konnte. Als mein Freund mich das erste Mal beim Schnorcheln in Kroatien sah, meinte er, er hätte mich selten so glücklich gesehen. Im Zuge meiner Reise letztes Jahr erfüllte ich mir einen langjährigen Traum – endlich Tauchen lernen. Vorgestellt hatte ich es mir allerdings anders. Sowohl auf den Philippinen als auch in Indonesien, fand ich mit Ausnahme Komodos hauptsächlich bereits tote oder offensichtlich sterbende Korallenriffe vor. Das was ich aus Büchern und Filmen kannte und weswegen ich diese faszinierende Welt unbedingt kennen lernen wollte, war nicht mehr da….

„The ocean calms my restless soul.“

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich nun verstärkt mit dem Thema Umwelt und Meeresschutz. Dokumentationen wie „Chasing Corals“ oder „A Plastic Ocean“ haben mir gezeigt wie schlimm es um unsere Meere tatsächlich steht.

Wir Österreicher fühlen uns von alldem was so weit weg von uns passiert meistens nicht betroffen oder schließen die Augen. Es passiert ja nicht vor unserer Haustüre, was sollen wir also groß für einen Einfluss darauf haben? So dachte ich lange auch und fand mich eine Zeit lang damit ab, dass es nun mal so ist und ich als einzelne Person nichts dagegen tun könne. Ich möchte mich aber nicht mehr damit abfinden. Ich möchte nicht akzeptieren, dass im Jahr 2050 vielleicht sämtliche Meere leer gefischt und Korallen nur mehr in Geschichtsbüchern bewundert werden können.

„The ocean stirs the heart, inspires the imagination and brings eternal joy to the soul.“

Ich kenne mich zu wenig aus, um zu sagen, ob es eine großen Einfluss auf uns Menschen haben wird, wenn das Ökosystem Meer komplett kippt. Die Dokumentationen sind sich diesbezüglich jedoch einig. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, wird es es eine großen Einfluss auf das Leben der Menschen haben. Meine Generation wird diesen Einfluss vermutlich nicht mehr ganz so schwer zu spüren bekommen, aber was ist mit der unserer Kinder und Enkelkinder? Ich möchte keine Kinder in eine Welt setzen, in der es irgendwann vielleicht keine Natur mehr geben wird. Das ist vermutlich ein wenig drastisch ausgedrückt. Aber bei mir spielt da sehr viel Emotionalität mit. Ich finde dass es schon allein aufgrund der romantischen Vorstellung, dass diese Unterwasserwelt einfach zu schön ist, um sie sterben zu lassen, selbst wenn es am Ende gar keinen Einfluss auf das Menschenleben hätte, notwendig ist um sie zu kämpfen und sie zu schützen. All jene die mit dem Leben unter Wasser vielleicht nicht so viel anfangen können wie ich, sollte die Tatsache, dass es am Ende einen großen Einfluss auf das Leben der Menschen haben wird, reichen, um sich für die Erhaltung einzusetzen.

1. Coral Fever-fahrenheit

3. The Rainforests of the Sea

Ocean

Auch wenn es aussieht, als wäre alles schon verloren. Das ist es noch nicht. Wenn die Temperatur aufhören würde, so schnell zu steigen, könnte das Korallensterben und damit das Ökosystem Meer noch am Leben gehalten werden. Jedem der sagt: „Was soll ich schon dagegen tun, es ist eben so, auch wenn es schade ist.“ ist es in meinen Augen einfach nicht wichtig genug. Ich für meinen Teil weiß selbst noch nicht, was und wie ich als Einzelperson genau etwas dabei bewirken kann. Aber ich möchte hier einfach meiner Naivität freien Lauf lassen und es versuchen. Das ist auch der Grund für diesen Beitrag. Wenn ich die Situation so nur ein paar mehr Menschen vor Augen führen kann, habe ich bereits etwas bewirkt.

It’s not too late for coral reefs…  indeed, for many other ecosystems that are facing challenges from climate change. It’s still possible to reduce the rate at which the climate is changing, and that’s within our power today.”

Vielleicht fragt ihr euch, was ihr als Einzelner nun tun könnt. Ich hab euch ein paar kleine Tipps zusammen gestellt:

  • Verbreitet Filme wie „Chasing Corals“ oder „A Plastic Ocean“ – teilt sie auf euren Netzwerken und erzählt euren Freunden und eurer Familie davon – das Bewusstsein der Menschen muss gestärkt werden
  • Reduziert eure CO2 Emissionen – 14 Wege wie das gar nicht so schwer ist findet ihr hier
  • Weniger oder am besten gar keinen Fisch mehr konsumieren
  • Spendet an Organisationen wie: Coral Reef Alliance, Surfrider Foundation, Reef Environmental Education Foundation, Reef Check, 50 Reefs, Project AWARE
  • Vermeidet Plastik
  • Wenn ihr selbst taucht und Korallenbleiche beobachtet berichtet das an impact@chasingcorals.com
  • Achtet beim Schwimmen im Meer darauf, dass kein Oxybenzon im Sonnenschutz enthalten ist

Das war wirklich nur kurz zusammengefasst. Ein ausführlicher Beitrag, wie jeder Einzelne etwas zur Rettung unseres wunderschönen Planeten beitragen kann, folgt demnächst.

Ich habe lange überlegt, ob ich hier am Blog überhaupt so einen Beitrag bringen soll. Ich kann Menschen, die andere missionieren wollen, grundsätzlich gar nicht ausstehen. Da es auf dem Blog allerdings nicht nur um Yoga sondern auch um mein Leben an sich geht und dieses Thema mittlerweile auch zu einem großen und immer wichtiger werdenden Teil meines Lebens geworden ist, möchte ich es auch hier behandeln. Da jeder den es nicht interessiert es einfach nicht zu lesen braucht, denke ich auch nicht, dass sich auf diese Weise von mir jemand missioniert fühlt. Und selbst wenn…..andere auf dieses Thema aufmerksam zu machen, ist nunmal eine Möglichkeit etwas dagegen zu tun und genau deshalb werde ich das auch weiterhin tun.

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